Golfclub Grevenmühle in Homberg legt Blumen- und Kräuterwiesen an

Ratingen : Blumenwiesen sprießen auf dem Golfplatz

Mit Unterstützung der Grevenmühler Mitglieder werden Insektenparadiese eingesät.

Am Anfang stand die Idee, dann ein einstimmiger Beschluss in der Mitgliederversammlung im März und jetzt die Vorbereitung der Flächen und die Einsaat der Blumen- und Kräuterwiesen auf der Platzanlage des Golfclubs Grevenmühle in Homberg. Finanziert über eine freiwillige Umlage, die bis auf wenige Ausnahmen von allen Mitgliedern des Clubs bereitwillig gezahlt wurde, konnten Headgreenceeper Gerhard Grashaus und sein Team im Mai endlich zur Tat schreiten.

„Wir mussten erst die guten Wetterverhältnisse abwarten, sonst hätten wir die Blumen- und Kräuterwiesen schon früher aufbereitet“, erklärt Grashaus. Böden vorbereiten, pflügen, die Mischung aus 30 insektenfreundlichen Pflanzenarten einsäen und walzen auf fünf Rough-Flächen mit insgesamt 1,5 Hektar forderten schon etwas Personaleinsatz. Auch danach ist weitere Pflege nötig: Sind die Pflanzen verblüht, werden sie abgemäht und einige Tage liegen gelassen, damit die Samen in die Erde fallen. Danach müssen die Pflanzenreste aber abgetragen werden.

Einer der fünf Standorte befindet sich direkt in Clubhaus-Nähe. „Da haben wir eine Wiese auch fürs Auge geschaffen“, sagt Gerhard Grashaus. „Die anderen vier Kräuter- und Blumenwiesen liegen etwas abseits der Ballflugbahnen, so haben die Insekten ausreichend Ruhe.“ Im Herbst wird noch eine weitere, ebenfalls rund 1,5 Hektar große Fläche außerhalb des Golfplatzes, als Kräuter- und Blumenwiese vorbereitet.

„Wir hoffen jetzt auf geeignetes Wetter mit Wärme und Feuchtigkeit, damit die Wiesen gut gedeihen und ihren Zweck erfüllen können.“ Ergänzt wird das nicht nur bienenfreundliche Konzept durch Insektenhotels, die an jedem der Standorte aufgestellt werden. Die Nachhaltigkeit in Form von mehrjähriger „Bewirtschaftung“ der Wiesenflächen ist dank der freiwilligen Umlage der Mitglieder, die insgesamt rund 6500 Euro einbrachte, gesichert.

Auch über diese aktuelle Idee hinaus stehen ökologische Konzepte im Golfclub Grevenmühle im Vordergrund. Dazu gehört die Beteiligung am Zertifikat „Golf & Natur“, für das regelmäßig entsprechende Maßnahmen nachgewiesen werden müssen.Die gesamte Anlage umfasst mehr als 100 Hektar, von denen gerade mal 35 für den eigentlichen Golfplatz benötigt werden. Alle anderen Flächen werden ökologisch gepflegt.

So setzen sich beispielsweise auf den ungedüngten Rough-Flächen vermehrt Pflanzenarten durch – wie zum Beispiel Margeriten – die wenig Stickstoff benötigen. Etwa zwei Hektar groß sind inzwischen die Streuobstwiesen und die Teichanlage sind nicht nur ungeliebte Hindernisse für die Golfsportler, sondern vor allem Feuchtbiotope, in denen sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wohlfühlen.

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