Ratingen : Große Pläne für die Stadthalle

FDP-Bürgermeisterkandidat Markus Sondermann zeigt erstmalig seine Pläne. Auch ein Hotel soll gebaut werden.

Amtsinhaber Klaus Pesch drückte schon einmal aufs Tempo mit der Feststellung: Ratingen braucht eine neue Stadthalle. Die Diskussion war eröffnet. Und der Verwaltungschef erntete nicht nur Lob für seinen Vorstoß, der in erster Linie der Ansatz für eine weitergehende Debatte sein sollte. Kritiker betonten damals, man habe anderes zu tun, als diese Vision zu prüfen. Das politische Tagesgeschäft gehe vor. Das war noch vor Corona.

Nun legt FDP-Bürgermeisterkandidat Markus Sondermann nach. Die Stadt habe durch ihre infrastrukturell günstige Lage beste Voraussetzungen als Veranstaltungs- und Tagungsort. Deshalb brauche man am zentralen Standort ein zeitgemäßes Veranstaltungs- und Tagungsangebot sowie einen attraktiven Stadthallen-Park. Die bestehende Stadthalle habe kein zeitgemäßes Raum- und Serviceangebot, erklärte Sondermann.

Zudem sei die Konstruktion in die Jahre gekommen. „Deshalb benötigen wir eine Veranstaltungshalle für die Veranstaltungen der Ratinger Vereine, sei es im Sommer- oder im Winterbrauchtum, seien es Festakte oder Ehrungen“, meinte er. Und er fügte an: „Wir benötigen außerdem attraktive Räumlichkeiten für Familien- und Jubiläumsfeiern in einem schönen parkähnlichen ­Umfeld.“

Alle Veranstaltungen und Kongresse könnten durch den Catering-Service eines angeschlossenen Hotels kulinarisch versorgt werden. „Damit würde Ratingen auch attraktiv für überregionale Veranstaltungen, ob Hauptversammlungen, Tagungen oder Kongresse, die zusätzlich Kaufkraft und Leben in unsere schöne Innenstadt bringen“, betonte ­Sondermann.

Pesch ist wie Sondermann, dessen Mantra „Ratingen neu denken“ lautet, felsenfest davon überzeugt, dass man sich eine neue Stadthalle leisten kann. Fest steht: Die gute Stube Ratingens ist deutlich in die Jahre gekommen. Im Rat und in den Fachausschüssen rauchten deshalb schon häufig die Köpfe. Was längst in Vergessenheit geraten ist: Es gab bereits die Idee, ein neues Rathaus (vielleicht auch nur eine Dependance) und ein Kongress-Zentrum an dieser Stelle zu errichten.

Man ließ sogar Probebohrungen vornehmen – nicht mehr als eine Fußnote in der Geschichte dieses durchaus markanten Gebäudekomplexes, von dem der berühmte Herbert Knebel einmal gesagt hat, man finde den Haupteingang überhaupt nicht oder nur über Umwege (zum Beispiel übers Dach).

Es gab also immer wieder Diskussionen über die Zukunft der Stadthalle, die ganz offiziell Dumeklemmer-Halle heißt – ein Name, den die Bürger kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen haben.

Stadt Ratingen steht
vor einer Mammutaufgabe

Für sie ist die Stadthalle die Stadthalle – und nichts anderes. Pesch hat eine Diskussion angestoßen – wohl wissend, dass die Stadthalle mehr als 40 Jahre alt ist, dass der Beton an einigen Stellen zum echten Problem geworden ist und dass die Stadt in der Lage ist, einen Neubau in Angriff zu nehmen. Eingebettet ist diese Initiative in einen größeren Kontext: Viele Gebäude, die dieses Alter erreicht haben, müssen saniert werden. Da steht die Stadt vor einer Mammutaufgabe. Dabei müssen viele Fragen beantwortet werden, zum Beispiel die: Braucht die Stadt eine einzige große Halle? Oder gibt es Kombinationsmöglichkeiten, die auch Kongresse vorsehen und Übernachtungen? Und wie sieht es mit der Gastronomie aus und dem weiteren Umfeld? Der Stadthallen-Park ist für viel Geld errichtet worden. Doch man hat ihn als Verweilmöglichkeit im Grünen nie so richtig angenommen.

Für FDP-Kandidat Markus Sondermann ist klar: Falls er gewählt werden würde, wäre der Neubau der Stadthalle eines der wichtigsten Themen, „das ich sofort anpacken würde“. Er betonte: „Man muss Ratingen neu denken, und die Stadthalle gehört dazu.“