Ratingen: Fahrradweg soll sicherer werden

Ratingen : Fahrradweg soll sicherer werden

Der Bezirksausschuss diskutierte über Lösungen für die Einmündung Rehhecke.

Für die stark befahrene und gefährliche Einmündung Rehhecke/ Krummenweger Straße bahnt sich eine „verordnete“ Lösung an. Bei der Diskussion im Bezirksausschuss Lintorf/ Breitscheid um die Entschärfung der unfallträchtigen Situation wurde bekannt, dass die Unfallkommission des Kreises Mettmann kürzlich dort war: Sie fordere eine Ampelanlage bereits fürs Jahr 2020. Mit Mehrheit beschloss das Gremium, dass die Verwaltung weitere, kurzfristige Maßnahmen prüfen solle: Es geht dem Gremium vor allem um die Sicherheit der Radfahrer.

An der Einmündung gibt es nur einen kombinierten Rad- und Gehweg an der Seite zur Rehhecke: Das macht das Abbiegen für Kraftfahrer nicht leichter, ein flotter Radler auf der „verkehrten“ Seite ist schnell übersehen. Aber auch in Gegenrichtung lauert ein Risiko: Wie berichtet, war es zuletzt im Juli 2019 zu einem schweren Unfall gekommen. Eine 79-jährige BMW-Fahrerin wollte von der Krummenweger Straße nach links in die Rehhecke abbiegen. Dabei übersah sie nach Angaben der Polizei eine entgegenkommende 71-jährige Pedelec-Fahrerin, die vorrangberechtigt auf dem Geh-/Radweg der Krummenweger Straße unterwegs war und erfasste sie frontal. Die Radlerin erlitt schwere Verletzungen. Die Bürger Union (BU) hatte daraufhin mal wieder eine schnelle Lösung gefordert und auch nach einem Kreisverkehr gefragt.

Oliver Thrun (CDU) sagte, dass es zunächst um eine sichere Querung des Radweges gehe. Notfalls müssten Radler eben absteigen. Das solle die Verwaltung prüfen, da war sich die Mehrheit einig. Wie berichtet, hatte es kürzlich einen erneuten schweren Unfall mit einem Radler gegeben, die BU forderte kurzfristige Maßnahmen. Der seit Jahren von der Politik immer wieder geforderte Kreisverkehr wurde ebenso lang stets von der Stadtverwaltung abgelehnt, vor allem mit Hinweis aufs angrenzende Landschaftsschutzgebiet. Eine Ampelanlage an dieser Stelle, das ist allen klar, dürfte für erhebliche Rückstaus führen.

Doch Thrun hat wie seine Kollegen den gesamten Stadtteil im Blick: „Es besteht seit Jahren Handlungsbedarf in Bezug auf die längst existierenden Verkehrsprobleme in Lintorf. Hierzu ist – und das dauert längst viel zu lange – durch die Verwaltung der Verkehrsentwicklungsplan zu erstellen, der natürlich auch in den Blick zu nehmen hat, dass es nicht bei der heute bekannten Verkehrsbelastung bleiben wird, sondern diese noch steigt, wenn einmal konkrete Pläne für das Vodafone-Gelände oder andere Areale in Lintorf und Breitscheid vorliegen.“ Wie betichtet, sollen entlang der Bahnstrecke neue Sieldungsgebiete ausgeweisen werden – auch um bei der Bahn weiter Werbung für die Reaktivierung der Weststrecke zu betreiben.

Das lang erwartete Verkehrskonzept sollte längst fertig sein. Doch es wird noch einmal überarbeitet – vor allem mit Blick auf neue Wohngebiete, die für noch mehr Verkehr sorgen dürften. Zum Ende des Jahres soll das Gutachten vorliegen, hieß es.Der Breitscheider Weg soll in Teilabschnitten saniert werden. Derzeit sei man dabei, Planer zu beauftrage, so die Verwaltung. Die Fahrbahndecke soll erneuert werden, auch an Radler und Fußgänger wird gedacht. Auf die Situation der „Logistikmeile“ hatten die Optimisten aufmerksam gemacht und schnelle Maßnahmen gefordert.

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