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Es gab auch zahlreiche Impfungen.

Ratinger Innenstadt : 400 Bürger bei Kundgebung dabei

Impfen ist Solidarität: Mit dieser Botschaft hatte die parteiübergreifende Bluna Connection in die Altstadt eingeladen. Es gab auch sehr emotionale Momente.

(kle) Diese Kundgebung vom vergangenen Montag hallt noch nach. Die parteiübergreifende Bluna Connection hatte zur Kundgebung „Impfen ist Solidarität“ aufgerufen, rund 400 Ratinger Bürger kamen auf den Marktplatz.

 Doris Mause von der Bluna Connection führte durch die Veranstaltung und betonte, dass ein Aufruf zum Impfen nichts mit Ausgrenzung oder Diffamierung von einzelnen Gruppen zu tun habe, sondern dass der Weg zurück in die Normalität schlicht nicht anders zu erreichen sei als mit Impfungen. Impfen schütze den Einzelnen, Impfen schütze aber auch die Gemeinschaft, so entstehe eine sogenannte Win-win-Situation, von der alle profitierten. So sei Impfen ein Akt der Solidarität. Mause hob hervor, wie schnell der Aufruf eine beachtliche Reihe von Unterstützern gefunden habe, quer durch die Parteienlandschaft und mit Beteiligung von Ratinger Organisationen und Initiativen. Auch die Kirchen hätten sich beteiligt und die Veranstaltung unterstützt.

Der Ärztliche Direktor des Sankt Marien-Krankenhauses, Dr. Stefan Kniesburges, berichtete von den großen Herausforderungen in diesen Pandemie-Zeiten. Es gebe keinen anderen Weg, sich zu schützen, als sich impfen zu lassen – für sich selber und diejenigen, die einem am nächsten stehen. Ab dem 26. Januar (Mittwoch) soll ein generelles Besuchsverbot des Krankenhauses in Kraft treten.

Besonders emotional wurde es dann mit der „Oma gegen Rechts“: Eva-Maria Schulze berichtete von der Long-Covid-Erkrankung ihrer Tochter. Sie leidet nach einem vergleichsweise milden Krankheitsverlauf immer noch extrem unter den Spätfolgen der Krankheit.

Eva-Maria Schulze berichtete auch von den emotionalen Folgen, die dies für die Familie und Kinder hatte und hat. Die Zuschauer folgten den Worten aufmerksam und gebannt. Die Innenstadt von Ratingen wurde dann ungewöhnlich ruhig und leise, als Mause eine Schweigeminute im Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie ankündigte.

Im Anschluss konnten die Besucher der Kundgebung zu den Klängen von „Hallelujah“ und im Anschluss dann zum Klang der Kirchenglocken ihre erleuchteten Kerzen auf dem Rathaus-Brunnen abstellen.

„Ich bin sehr froh, dass ich hergekommen bin“, so eine Ratinger Bürgerin. „Es ist schön zu sehen, wie Ratinger Bürger zusammenstehen im Kampf gegen die Pandemie. Es ist eine richtige Gänsehaut-Atmosphäre.“ Ebenfalls auf dem Marktplatz präsent war die mobile Impfstation des Kreises Mettmann. Auch hier wird die Veranstaltung als voller Erfolg gewertet. Über 60 Impfungen wurden während der Kundgebung auf dem Marktplatz durchgeführt – davon tatsächlich fünf Erstimpfungen. Die Nachricht sorgte bei den Bürgern für viel Applaus.

„Das ist unser schönster Erfolg“, meinte Mike Vogel, Mitglied der Bluna Connection und einer der Initiatoren der Kundgebung. „Es zeigt, dass Engagement durchaus etwas bewegen kann bei den Menschen und dass auch Gespräche etwas bringen. Ich hoffe sehr, dass das etwas ist, was die Besucher vielleicht mitnehmen: Dass man nicht aufhören darf mit der Überzeugungsarbeit für das Impfen.“

Auch Impf-Gegner trafen sich am Montagabend in der Stadt.