Ein erster Blick in das neue Rathaus

Ein erster Blick in das neue Rathaus

Am 20. August soll der Neubau fertig sein und wieder zur Anlaufstelle für die Ratinger werden. Bis dahin ist noch einiges zu tun.

Ratingen. Das neue Rathaus ist noch gar nicht fertig, da hat dort schon das Stühlerücken begonnen: Nachdem der Rat mehrheitlich eine neue Dezernentenstelle beschlossen hat, muss Baudezernent Jochen Kral noch mal den Belegungsplan im Bürgermeistertrakt ändern. Gemeinsam mit der Bauleitung, Architektin Birgit Wagner sowie Stefan Blümer und Thomas Schmidt, macht er einen Rundgang durch den Rohbau. Dort werden ab kommender Woche die Innenarbeiten auf Hochtouren weitergehen: Das Gebäude ist teilweise bereits „dicht“. Baukosten zur Zeit: 32,8 Millionen Euro.

Das neue Rathaus soll am 20. August fertig sein, so der „offizielle Termin“, sagte Bauleiter Schmidt. So ganz überzeugt schien die Runde von diesem Datum noch nicht zu sein: Die Profis wissen, was alles passieren kann. Kral nimmt es sportlich: Immerhin seien etwa 70 bis 80 Leute von zwölf Gewerken im Inneren tätig. Derzeit wird viel gesät, es werden Böden sowie viele Strippen für die Elektrik verlegt.

Foto: Joachim Preuss

Hinein geht es durch eine versteckte Seitentür. Und ab da kann man sich im Rohbau prima verlaufen. Das Foyer ist viel kleiner als das im alten Gebäude: Es reicht auch nur bis zur ersten Etage. Dort werden Bürgermeister, Dezernenten und Fraktionen ihre Büros beziehen. „Energie sparen“ hieß die Devise auch beim Foyer.

Für Veranstaltungen wie etwa Wahlpräsentationen, blieben noch Veranstaltungsräume, so Wagner. Neben dem Ratssaal biete sich die Kantine an: Sie ist für etwa 70 bis 100 Personen ausgelegt, soll etwa von 8 bis 16 Uhr geöffnet haben und auch eine Außenterrasse bekommen. Die Kantine, so Kral, werde auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Den Pächter suche man noch: Demnächst werde die Pacht ausgeschrieben. Kral wünscht sich einen integrativen Betrieb, also auch mit behinderten Mitarbeitern.

Beim Rundgang fällt auf: Fast jedes Büro hat noch eine zweite Tür. „Das sind Fluchttüren“, sagte Kral. Nicht alle Ämter hätten mit schwieriger Klientel zu tun, aber um bei eventuell notwendig werdenden neuen Zuschnitten der Ämter flexibel zu bleiben, bekämen eben fast alle Zimmer solche Notausgänge. Die Sicherheit der Mitarbeiter hatte bei der Planung des neuen Gebäudes Vorrang. Der Bürgermeister hat keine Fluchttür. Dafür aber einen netten Ausblick auf die Minoritenstraße und den Rathausvorplatz. Wenn man vor dem Gebäude steht, ist sein Trakt im rechten Flügel (Ostflügel) im ersten Obergeschoss.

Beim Ratstrakt muss noch viel gemacht werden. Demnächst werden die neuen Fraktionsräume mit einer Stahl-/Beton-Konstruktion ans alte Gebäude angeschlossen.

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