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Dreck-weg-Tag leidet unter dem Schneefall

Dreck-weg-Tag leidet unter dem Schneefall

Die Nachholaktion lockte nur wenige Helfer.

Ratingen. Reinhard Dück ist hart im Nehmen. Den grünen Parka über dem dicken orangenen Pullover hat er bis oben zum Hals zugezogen, eine rote Kappe wärmt den Kopf, Handschuhe schützen die Hände vor der klirrenden Kälte. Mit der Greifzange in der einen und der Sackkarre in der anderen Hand läuft der 78-Jährige langsam die Volkardayer Straße entlang, versucht unter der leichten Schneedecke möglichst viel Unrat in den Gebüschen am Straßenrand zu entdecken.

Am Samstag war die Neuauflage des Dreck-weg-Tages, nachdem Anfang März die alljährliche Aktion wegen starkem Schneefall hatte ausfallen müssen. Doch am Wochenende sah es kaum besser aus. „Ich wusste ja, dass es heute schneien sollte, daher habe ich gestern schon angefangen und säckeweise Müll zusammengesucht“, berichtet Dück.

Zwei verbogene Radkappen und viel Karton- und Pappmüll hat er an diesem Morgen bereits aufgesammelt. Der rüstige Senior sagt: „Ich bin seit dem ersten Dreck-weg-Tag immer dabei gewesen, und davon kann mich das Wetter auch nicht abhalten. Ich habe schon immer gesagt, zumindest die großen Zufahrtsstraßen nach Ratingen sollen ordentlich aussehen und sauber sein.“ Mit seiner Greifzange zieht Dück einen kleinen Plastikblumentopf aus dem Gestrüpp. „Hier, der war ja kaum zu erkennen durch den Schnee, das ist heute wirklich nicht einfach mit dem Suchen und Finden, gerade die kleineren Teile kann man kaum erkennen.“

Wer durch Ratingen fährt sieht vereinzelt Bürger, die sich ebenfalls bei diesen erschwerten Bedingungen an der Reinmachaktion beteiligen. Mühselig ziehen sie die gefüllten Müllsäcke hinter sich her, stellen sie an Verteilerkästen oder anderen Orten ab, am Montag werden Mitarbeiter des Bauhofes sie einsammeln.

Jahr für Jahr kann der aktive Senior Dück nur den Kopf schütteln über all die großen und kleinen Müllvergehen, die er beim genauen Hinschauen entdeckt. Kommt da nicht der Gedanke, dass ein solcher Aufwand doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist? „Auf gar keinen Fall“, sagt Dück, „man kann nicht immer nur meckern, aber selbst nichts tun. Da ist einfach jeder Bürger gefragt mit anzupacken für eine saubere Stadt“.