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Diskussion um die Werbesatzung bricht nicht ab

Diskussion um die Werbesatzung bricht nicht ab

Volkssolidarität lobt Ratsbeschluss. Im Internet hagelt es dafür aber heftige Kritik.

Ratingen. In der Diskussion um die Werbesatzung hat sich nun die Volkssolidarität Ratingen zu Wort gemeldet. Der Sozial- und Wohlfahrtsverband mit 50 Mitgliedern in Ratingen begrüßt die Entscheidung des Stadtrates, die Satzung nicht ändern zu wollen.

In den vergangenen Wochen hatten die Gastronomen in Ratingen 500 Unterschriften für einen Bürgerantrag gesammelt, um zu bewirken, dass die Satzung in Teilen geändert wird. Denn die Wirte befürchten Umsatzeinbußen durch das Regelwerk, das auch vorschreibt, wie viele Tische und Stühle vor einem Gastronomiebetrieb stehen dürfen.

Die Volkssolidarität befürwortet es, dass die Fraktionen den Erfahrungsbericht der Verwaltung abwarten wollen. Dieser soll im Herbst vorliegen.

Völlig unangemessen finden die Vertreter der Volkssolidarität, die Äußerung eines Gastronomen. Er soll gesagt haben, es gebe für eingeschränkte Menschen geländegängige Rollatoren, um über das Pflaster in der Innenstadt gehen zu können. Dies zeige, so die Volkssolidarität, dass die Wirte zugeben, dass es schwierig ist, über das Pflaster zu gehen.

„Es soll ja nicht jegliche Außenbewirtung untersagt werden, auch wenn von anderer Seite versucht wird, diesen Eindruck zu vermitteln“, sagt Gabi Evers, Vorsitzende der Volkssolidarität. „Die Betroffenen sollten jetzt die Sommermonate nutzen und ihre jeweiligen Erfahrungen mit den herrschenden Gegebenheiten ganz bewusst sammeln, damit diese mit dem städtischen Erfahrungsbericht verglichen werden können“, teilt Evers mit.

Die Äußerungen der Volkssolidarität werden indes schon heiß im Internet im sozialen Netzwerk Facebook diskutiert. So hat sich auch schon Anja Leopold, Wirtin des Ratinger Löwen und Initiatorin des Bürgerantrags, zu Wort gemeldet: „Die größte Frechheit ist der Versuch, die Gegner der Werbesatzung als unmenschlich darstellen zu wollen, in dem sie schlichtweg aussagen aus dem Zusammenhang reißen“, schreibt sie. Und weiter: „Der Bürger, der sich angeblich unpassend geäußert haben soll, war erstens kein Vertreter der Gastronomen, und zweitens hat er lediglich die Herstellerbeschreibung zitiert, in der diese Rollatoren kopfsteinpflastergeeignet sind.“

Pat Brown wiederum teilt auf Facebook mit: „Volkssolidarität ?! .. hahaha... wirklich sehr solidarisch, diese Einstellung. Ist ja wohl eher der Wolf im Schafspelz.“

Und Frank Schneidereit fragt sich grundsätzlich: „Was ich nicht verstehe mit der ganzen Werbesatzung: Was soll die überhaupt? 40 Jahre hat in Ratingen Innenstadt alles funktioniert.“