Dirk will mit den Promis tanzen

Dirk will mit den Promis tanzen

Einmal selbst auf dem Parkett stehen — dies ist das Ziel von Dirk Finken aus Ratingen, der die Fernsehsendung „Let’s Dance“ als Fan in Köln besucht hat.

Ratingen/Köln. Die Zuschauertribüne vibriert. Rund 500 Menschen trampeln auf den Boden, applaudieren, pfeifen und schreien. Der eine „Magda“, der andere „Bravo“. Einige halten sich vor lauter Lärm die Ohren zu, anderen wischen sich mit Taschentüchern Tränen der Rührung aus dem Gesicht.

Der Slow Fox, den gerade eben Magdalena Brzeska mit ihren Tanzpartner Erich aufs Parkett gelegt hat, war zu viel für die romantischen Gemüter im Publikum. Das ist „Let’s Dance“, wie die Macher von RTL es sich wünschen — mit allem, was dazugehört: Glamour, Romantik und Emotionen, die überkochen.

Auch Dirk Finken ist außer sich. Er ist beim Viertelfinale am Mittwochabend dabei und honoriert die Performance der Turnerin Brzeska mit Pfiffen und stehenden Ovationen. „Sie bietet tänzerisch von allen Prominenten eben das Beste“, sagt der 26-Jährige aus Ratingen.

Er ist leidenschaftlicher Fan der Sendung, die jeden Mittwoch Tanzliebhaber aus ganz Deutschland vor den Bildschirm lockt. Als leidenschaftlicher Tänzer hat Finken das Format schon verfolgt, als es noch gar nicht in Deutschland zu sehen war. „Da habe ich mir die britische Version angeschaut. Als das dann in Deutschland zum ersten Mal gesendet wurde, war das natürlich der Hammer für mich.“

Finken will aber nicht nur Zuschauer bleiben. Er will selbst aufs Parkett von Let’s Dance. Der Kaufmann für Bürokommunikation hat dazu vor einem Jahr eine Gruppe bei Facebook gegründet mit dem Namen „Let’s Dance with Dirk“. Bis jetzt sind 205 Personen Mitglied, darunter auch Menschen aus Afrika, Amerika und Australien. „Ich hoffe einfach, dass ich irgendwann tausende von Gruppenmitgliedern habe, um die RTL-Leute von mir als Teilnehmer zu überzeugen.“

Die Show ist im vollen Gange. Die Moderatoren Daniel Hartwich und Sylvie van der Vaart kündigen die Tanzpaare an. Die Requisiten und das Bühnenbild werden für jede Darbietung verändert. Entertainment muss sein. Und Dirk Finken staunt darüber, wie Showbusiness funktioniert. „Ich bin total begeistert. Aber das Studio habe ich mir größer vorgestellt“, sagt er.

Für Zündstoff sorgen während der TV-Show die Kommentare von Roman Frieling, Inhaber der gleichnamigen Tanzschule in Erkrath, der in der Jury sitzt. Er ist zum zweiten Mal bei der Show Wertungsrichter. Eine Art „Ritterschlag des Senders“ für ihn, wie er sagt.

Nicht immer fällt seine Kritik wohlwollend aus. „Das war keine Samba, das war irgendein afrikanischer Buschtanz“, sagt er zu der blinden Sängerin Joana Zimmer nach deren Samba-Aufführung. Dafür erntet er Buh-Rufe aus dem Publikum. Auch Dirk pfeift verachtend. Und Jurykollegin Motsi Mabuse ergreift Partei für Joana. „Na, dann will ich mal sehen, ob Du einen afrikanischen Buschtanz tanzen kannst“, zischt sie Frieling an.

Aber er bleibt auch nach der Show bei seiner Meinung - trotzt des Protests im Publikum. „Joanna hat ein Denkmal gesetzt, als erste Teilnehmerin bei Let’s Dance mit einer Behinderung, aber sie muss ja nicht wie ein Denkmal tanzen. Und immerhin geht es hier jetzt um etwas. Das Halbfinale steht vor der Tür.“

Joana ist dann auch diejenige, die die Show verlassen muss. Die anderen Promis Rebecca Mir, bekannt aus der Show „Germany’s Next Topmodel“, Turnerin Magdalena Brzeska und Sängerin Stefanie Hertel kommen ins Halbfinale. Donna Summer ertönt auf den Boxen. Die Abschiedsmelodie der Show. Hinter den Moderatoren, die den Zuschauern zu Hause „Tschüss und bis zum nächsten Mal“ sagen, liegen sich die Promis in den Armen. Finken strahlt übers ganze Gesicht. „Jetzt wollte ich seit Jahren mal im Studio sein und habe das jetzt aus nächster Nähe erleben dürfen. Super war es.“ Dann klingelt auch schon sein Handy. „Wie es war, fragt du? Mega natürlich.“

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