Die Schule liegt ihr am Herzen

Britta Brockmann geht es um die Kinder, und sie ist offen für Neuerungen. Seit dem Sommer ist sie Rektorin der katholischen Grundschule in Lintorf.

Die Schule liegt ihr am Herzen
Foto: Achim Blazy

Ratingen. „Ich bin immer gerne Klassenlehrerin gewesen“, sagt Britta Brockmann über die „vielen schönen Berufsjahre“ im Nachbarstadtteil Breitscheid. Sie sind nun Vergangenheit, denn seit Sommer dieses Jahres ist die 42-jährige Rektorin der katholischen Grundschule in Lintorf.

Als „sehr engagierte und aufgeschlossene Pädagogin“ wird sie von Michael Wiesenhöfer, Vorsitzender der Schulpflegschaft Heinrich-Schmitz-Grundschule (HSS), gelobt. „Sie ist offen für Neuerungen“, wofür nicht allein das vergangene Schulfest im September beispielhaft ist. „Ebenfalls hat unsere Schule im kommenden Schuljahr wieder zwei Eingangsklassen, woran Frau Brockmann großen Anteil hat.“ Bei solchen ultimativen Lobhudeleien winkt die Mutter eines neunjährigen Sohnes bescheiden ab. „Mir geht es um die Kinder“, stellt sie in den Fokus, was das Wichtigste ist. Zusammen mit den Erziehungsberechtigten möchte sie im optimalen Fall eine Erziehungspartnerschaft eingehen: „Was für das jeweilige Kind am besten ist, soll aus verschiedenen Perspektiven im Blick gehalten werden.“

Sie selbst übrigens ist laut Eigenaussage immer eine brave Schülerin gewesen, die gerne die Schule besuchte. Selbst Lehrerin werden zu wollen, hat sich nach dem Abitur ergeben: „Ich habe immer gerne mit Kindern gearbeitet.“ Diese Aufgabe beschreibt sie als „immer wieder überraschend und positiv herausfordernd“. Mit einem Kind ins Gespräch zu kommen sei eben grundsätzlich anders als mit einem Erwachsenen.

„Du, Frau Brockmann, hast Du die Schule gekauft oder gemietet?“, lautete eine unbedarfte Schülerfrage, als sie sich als neue Rektorin vorstellte. „Ich bin unheimlich nett und offen aufgenommen worden“, erinnert sie sich nicht bloß an die Reaktion der Schüler auf sie, sondern auch an die des Kollegiums.

„Eine neue Schulleiterin guckt als erstes, aus welchem Fundus sie schöpfen kann“, beschreibt sie die Kommunikation mit ihren elf Kollegen für die zukünftige Arbeit mit den 135 Kindern an der HSS. Stärken und Chancen sowohl bei den etablierten, ebenso wie bei den jungen, neuen Kollegen sollten ermittelt werden, um dann zu gucken, „was gemeinsam bewegt werden kann“. Und natürlich gibt es Neuerungen. iPads bereichern den Unterricht, ein Ausflug zur „Schneekönigin“ in der Deutschen Oper am Rhein setzt musische Impulse. „Seitdem Britta Brockmann hier ist, ist alles wesentlich bunter“, bringt Kollegin Meike Grothe eine weitere Facette ins Spiel. Die Lehranstalt, in Sachen Interieur durchaus in die Jahre gekommen, wird gerade aufgehübscht.

„Die Lernumgebung ist wichtig“, erklärt Britta Brockmann , warum im Foyer nun ein tannengrüner Adventskranz von der Decke hängt und sich das vorweihnachtliche Ambiente in allerlei anderen Basteleien fortsetzt. Wie mit „wenigen Mitteln effektiv umgestaltet werden kann“, das zeigen grasgrüne Lampions im Froschformat als Deko im Klassenzimmer wie die nun in allen Farben des Tuschekastens leuchtenden Pin-Wände auf den Fluren - formals in unansehnlichem braun.

„Im kommenden Jahr nehmen wir das Treppenhaus in Angriff“, apfelgrüne Wände schweben den Damen Grothe und Brockmann in Abstimmung mit dem Kollegium sowie den Verantwortlichen der Stadt bereits vor. Ebenso hier kann sie denn auch ihr „Organisationstalent, durch das sie besticht“, wie Michael Wiesenhöfer betont, erneut unter Beweis stellen.

Die Schule im Herzen — bleibt das Kindswohl im Blick. „Man darf nie vergessen: Das sind Kinderseelen, die mit ihrem individuellen Umfeld zu uns kommen. Da muss man immer offen bleiben.“