Ratinger Innenstadt : Neue Funktion für Wallpassage

Auf rund 1400 Quadratmetern entsteht das Casana-Gesundheitszentrum mit einem Angebot für ältere Mitbürger, auf die eine Pflegebedürftigkeit zukommen kann. Bürgermeister Klaus Pesch spricht von 30 neuen Arbeitsplätzen.

Die Pläne zur Neu-Nutzung der Wallpassage werden nun sehr konkret. In die seit Jahren so gut wie leerstehende Immobilie wird die bundesweit agierende Casana Holding GmbH einziehen. Die Firma hat sich als Anbieter von Reha-Dienstleistungen für Senioren etabliert. Auf 1400 Quadratmetern entsteht das Casana-Gesundheitszentrum mit einem Angebot für ältere Mitbürger, auf die eine Pflegebedürftigkeit zukommen kann.

Bürgermeister Klaus Pesch betonte: „Dieses neue Konzept ermöglicht nicht nur einen Neuanfang für diese Immobilie in schwieriger 1b-Lage, sondern es bringt auch 30 zusätzliche Arbeitsplätze in die Stadt.“ Für alle leerstehenden Flächen im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss konnte die Eigentümerin, die Fama Ratingen GmbH, das Unternehmen Casana als Großmieter gewinnen. „Die klassische Einkaufspassage ist nicht mehr zeitgemäß, das kann man in vielen Städten beobachten“, sagt Thomas Scheffler, Sprecher der Fama Ratingen GmbH.

Große Zusammenlegung von Einheiten statt einzeln

„Die Ansammlung von vielen einzelnen Gewerbeeinheiten hat sich an diesem Standort nicht bewährt, daher möchten wir diese Ladenlokale nun zu einer großen Einheit zusammenlegen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen profitieren ältere Bürger von diesem zentralen Angebot, zum anderen hat ein solches Gesundheitszentrum mit Blick auf den demografischen Wandel eine sichere Zukunft. Die Wallpassage wird wieder komplett genutzt sein und an jedem Werktag viele Besucher in die Ratinger Stadtmitte bringen.“

Zum zeitlichen Rahmen sagt Scheffler: „Wir haben Anfang August den Bauantrag eingereicht. Im Idealfall kann die Eröffnung des Rehazentrums schon Mitte 2022 erfolgen.“ Über diese Entwicklung dürften sich auch die Bestandsmieter freuen, die ihren Standort in der Immobilie behalten werden. Zumal gleichzeitig die Fassade der Wallpassage neugestaltet wird und damit die langersehnte Revitalisierung des Centers bald auch für alle sichtbar macht.

In einem kleinen Teil des Centers entstanden Mietwohnungen

Ein kleiner Teil des Centers ist bereits neu belebt, dort entstanden in einem verwaisten Gastrobereich im zweiten Obergeschoss einige Mietwohnungen. Die Stadt Ratingen strebt zudem gemeinsam mit der Eigentümerin und den Bestandsmietern eine Aufwertung des benachbarten Hofes „Am Alten Steinhaus“ an, die beispielsweise auch eine gastronomische Öffnung der neuen Wallpassage beinhalten könnte. Die Pläne waren in der Sitzung des Bezirksausschusses Mitte in der vergangenen Woche vorgestellt worden. Wie berichtet, hat ein Gutachten zum Leerstand in der Innenstadt herausgearbeitet, dass Dienstleistungen im Gesundheitsbereich eine wichtige Maßnahme mit Blick auf die Nutzung von vakanten Flächen sein könnten. Wie im Bezirksausschuss auch bekannt wurde, sollen Fahrschule und Friseur in der Wallpassage bleiben, ebenso die Tanzschule. Der Bio-Laden soll in den Bereich des ehemaligen Netto-Geschäftes ziehen.