Ratingen: Die Dächer der Stadt sollen grüner werden

Ratingen : Die Dächer der Stadt sollen grüner werden

Der Ratinger Stadtrat hat sich für die Förderung von Dachbegrünung entschieden.

Sie bringen die Natur zurück in die Stadt, verbessern das Klima und die Lebensqualität der Bewohner – und schön anzusehen sind sie auch: Die Rede ist von begrünten Dächern. Als kommunale Maßnahme des Klimaschutzes und zur Verbesserung des lokalen Stadtklimas hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung ein Programm zur Förderung von grünen Dächern verabschiedet.

Das heißt konkret: Ab Januar 2020 gibt es von der Stadt einen Zuschuss für Hausbesitzer, die ihr Dach begrünen wollen. In dem Fördertopf „Dachbegrünung“ stehen jährlich 50 000 Euro zur Verfügung.

Mit dem zuletzt beschlossenen „Ratinger Aufruf für Klimaschutz“ bekennt sich die Stadt Ratingen dazu, auf allen Ebenen größtmögliche Anstrengungen für mehr Klimaschutz zu unternehmen. Bepflanzte Dächer tragen gleich in mehrfacher Hinsicht zum Klima- und Umweltschutz bei.

Grüne Dächer speichern bis zu 80 Prozent Regenwasser und verdunsten es langsam wieder, dadurch verringert sich die sommerliche Hitzebelastung. Da ein Großteil des Regenwassers zunächst zurückgehalten werden kann, werden Kanalisation und Kläranlagen entlastet, was vor allem bei Starkniederschlägen von Vorteil ist. Der Pflanzenbewuchs reduziert außerdem den Gehalt von CO2 und Feinstaub in der Luft. Zudem können durch das Grün auf dem Dach neue Lebensräume für Pflanzen und Insekten entstehen. Nicht zuletzt haben bepflanzte Dächer einen Dämm-Effekt, wodurch Energie im Haus gespart werden kann. Bisher fördert die Stadt Ratingen Dachbegrünung indirekt, indem die Niederschlagsgebühr für die Hauseigentümer um 50 Prozent reduziert wird. Dies entspricht für einen Durchschnittshaushalt rund 100 Euro Ersparnis im Jahr. Diese Form der Unterstützung bleibt weiter erhalten.

Das neue Förderprogramm richtet sich an Hauseigentürmer, die ihr Dach, ob Neu- oder Bestandsbau, künftig begrünen möchten. Wichtig: Gefördert werden nur Maßnahmen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen wurden. Antragsberechtigt sind übrigens auch jene Eigentümer, die durch gesetzliche Regelungen (zum Beispiel Festsetzung im Bebauungsplan) zu einer Dachbegrünung verpflichtet sind.

Die Fördersumme ist von der Größe des Daches abhängig

Die Höhe der Förderpauschale ist dabei abhängig von der Art der Begrünung und der Größe der Dachfläche. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass aus dem 50 000-Euro-Fördertopf zwischen zehn und 140 Projektanträge pro Jahr bewilligt werden können.

Auch auf städtischen Liegenschaften macht sich immer mehr Grün breit, es wurden bisher auf insgesamt 18 Dachflächen knapp 5 500 Quadratmeter begrünt (unter anderem Mehrgenerationentreff Tiefenbroich, Feuerwache und das neue Rathaus). Weitere Maßnahmen sind für künftige Neubauten und Sanierungen von Dächern städtischer Gebäude geplant. So sollen zum Beispiel die Kita Zum Schluchtor und der Baubetriebshof grüne Dächer erhalten.

Alle Informationen zum städtischen Förderprogramm (zum Beispiel Förderrichtlinien oder Antragsformular) stehen auf der städtischen Internetseite bereit. Red/kle

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