Die Barbie zieht in den Ratinger Trinsenturm

Ratingen : Barbie bringt Fashion ins Museum

Bis März 2020 sind im Spielzeugmuseum im Trinsenturm die facettenreichen Puppen ausgestellt.

Hieße sie Barbara, wäre sie ein fleißiges Mädchen. Aber sie heißt Barbie und ist ein „busy girl“. Im Februar 1959 in den USA der Öffentlichkeit vorgestellt und vier Wochen später in Deutschland zum ersten Mal verkauft, steht die fesche Maid dort wie hier nicht weit vor der Pensionierung. Aber im Trinsenturm ist sie erst einmal noch über alle Etagen als emsige Frau in Szene gesetzt.

Museumsleiterin Alexandra König und Wolfgang Diedrich, erster stellvertretender Bürgermeister, wussten bei der Eröffnung liebevolle Worte über Turm und Spielzeug zu finden. Barbie, busy oder lazy, steht nämlich unter der Aufsicht des Vereins der Ratinger Puppen- und Spielzeugfreunde, der in eigener Verantwortung das städtische Spielzeugmuseum im
500 Jahre alten Turm betreibt. Vorsitzende Bettina Dorfmann und Gründerin des Vereins, Karin Schrey, platzierten die Puppen eigenhändig im restaurierten historischen Gebäude. Die fleißige Barbie und ihre 400 Spießgesellen gehören zu einer Ausstellung, die seit 15 Jahren durch die Lande tourt und nun in Ratingen ihre 34. Station hat. Dafür bleibt sie aber auch ungefähr ein Jahr. Und ist nicht nur an Wochenenden zu betrachten, sondern – nach Absprache – auch unter der Woche. Diese Puppen sind nämlich im Gegensatz zu all dem anderen Spielzeug im Turm, das der Stadt gehört, Eigentum der „Puppenmütter“ Karin Schrey und Bettina Dorfmann.

Eintrag im Guiness-Buch der Weltrekorde durch Sammlung

Wobei Letztere sehr viel Begeisterung und Lebenszeit in ihre Barbie-Kollektion investiert. Rund 18 000 Barbies gehören ihr und haben bei ihr zu Hause ein Plätzchen gefunden. Da lohnt sich dann auch ein eigenes Barbie-Krankenhaus. Und in den Guinness-Büchern weltweit finden sie immer wieder lobende Erwähnung.

Wenn man die Zeit berücksichtigt, in der die ersten dieser dünnbeinigen und schmalhüftigen Puppen mit der ausladenden Oberweite gefertigt wurden, ist es völlig klar, dass sie in modischen Haushaltungen angemessen aussehende Kinder betreuten. Dann kam aber bald die Barbie im Beruf: Als Büroangestellte, Astronautin und Rennfahrerin. Es gibt eine Präsidentin im blauen Kostüm und eine als Kanzlerin. Auch mal mit Ken und anderer Verwandtschaft lässt sich Barbie bestaunen – immer aber proper und ordentlich gewandet.

Die Barbie-Kennerinnen vermitteln Interessenten andere Termine, bei denen es um das Objekt ihrer Sammelbegeisterung geht, wissen über Puppenbörsen Bescheid und auch über Preise. Sie wissen, dass nicht jeder diese Puppen einzigartig findet – sind aber durchaus in der Lage, Barbie in dieser oder jener Kleidung als Repräsentantin einer ganz bestimmten Zeit und ihren Erscheinungen einzuordnen.

Bei der Ausstellung können Besucher auch einen umfangreichen Katalog für 19,80 Euro erwerben. Der Katalog ist bereits in der dritten Auflage erschienen und gibt einen weiteren Einblick in die Barbie-Welt.

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