Ratingen : 57-Jähriger erliegt Kohlenmonoxidvergiftung

Zeugen fanden den Mann leblos im Bad seines Hauses an der Kaiserswerther Straße.

. Ein 57-jähriger Wohnungsmieter ist am Donnerstagabend leblos im Bad seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Kaiserswerther Straße entdeckt worden. Er starb offenbar durch den Austritt von Kohlenstoffmonoxid (CO), auch gebräuchlich Kohlenmonoxid genannt. Wie die Feuerwehr berichtete, wurde der Rettungsdienst um 19.32 Uhr zunächst zu einem sogenannten internistischen Notfall in dem Haus in Ratingen-Mitte gerufen.

Zwei Zeugen hatten dort im Badezimmer einer Wohnung im zweiten Obergeschoss den Mann entdeckt. Insgesamt drei Personen, darunter die zwei Zeugen, wurden mit Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zur Kontrolle ihrer Blutwerte vom Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die beiden Zeugen blieben dort vorsorglich zur stationären ärztlichen Behandlung.

Im Treppenhaus schlugen die
CO-Messgeräte der Retter Alarm.

Die dritte Person, ein Hausbewohner, konnte nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Auch fünf Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr wurden durch das Einatmen relativ hoher CO-Konzentrationen leicht verletzt und wurden ambulant versorgt.

Als erste Einsatzkräfte eintrafen, schlugen bereits im Treppenhaus des Gebäudes die CO-Messgeräte des Rettungsdienstes Alarm. Ursache war offenbar eine sehr hohe CO-Konzentration in der Raumluft. Die Einsatzkräfte mussten sich daraufhin sofort zurückziehen. Sofort angeforderte weitere Unterstützungskräfte der Feuerwehr überprüften daraufhin unter Atemschutz sofort alle Wohnungen des Gebäudes auf verletzte Personen und führten dabei gleichzeitig weitere CO-Messungen durch. Die Gaszufuhr des Mehrfamilienhauses wurde am Haupthahn der Gasleitung abgesperrt. Aufgrund der in allen Räumen des Gebäudes zu hohen CO-Konzentrationen wurden alle Wohnungen intensiv belüftet, bis ein gefahrloses Betreten möglich war.

Für den 57-jährigen Bewohner der Wohnung im zweiten Obergeschoss kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die Notärztin konnte nur noch den Tod des Ratingers feststellen. Die Polizei sperrte den Fundort ab.

Ein Todesermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Es werden aktuell alle noch nicht genau geklärten Umstände geprüft, die zum CO-Gasaustritt, zum Tod des 57-Jährigen sowie zur Verletzung weiterer Personen führten. Die Ermittlungen dauern an.

Für die gesamte Einsatzdauer von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei, war die innerörtliche Kaiserswerther Straße zwischen Suitbertusstraße und Hauser Ring für mehrere Stunden gesperrt.

Kohlenmonoxid führt zu Sauerstoffmangel im Blut

CO ist ein geruch-, geschmack- und farbloses Gas. Es ist nahezu gleich schwer wie die Umgebungsluft. Es entsteht oft als Reaktionsprodukt bei einer unvollständigen Verbrennung. Das Gas reichert sich im Blut an und hat einen Sauerstoffmangel zur Folge.

Die Notärzte im Kreis Mettmann, die sich regelmäßig weiterbilden, haben schon vor längerer Zeit auf die steigenden Fallzahlen bei Kohlenmonoxidvergiftungen und den damit verbundenen Einsatz der Druckkammer aufmerksam gemacht.

Unter dem Motto „CO macht K.o. – schütze dich vor Kohlenmonoxid“ gibt es eine Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxidevergiftungen. Gerade in der kalten Jahreszeit treten CO-Vergiftungen vermehrt auf. Auslöser können technische Defekte oder verstopfte Abluftrohre von Gasthermen, Ölheizungen oder Kaminöfen sein. Auch der unsachgemäße Gebrauch von Grills oder Heizpilzen in geschlossenen Räumen ist eine häufige Unfallursache.

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