Ratingen: Der Baumeister der Vereine

Ratingen : Der Baumeister der Vereine

Das Polit-Urgestein Werner Uferkamp ist zum Baumeister geworden. Mit Herzblut treibt er Bauprojekte bei Vereinen voran. Die Nachfrage ist groß.

Werner Uferkamp hat ein Zettelchen mit Notizen dabei. Das Urgestein der FDP, seit 44 Jahren sehr wacker in der Kommunalpolitik aktiv und über das lokale Geschehen bestens informiert, überlässt nichts dem Zufall. Er ist vorbereitet, und doch denkt er schon an die nächsten Projekte, die in den Jahren 2020 und 2021 realisiert werden sollen.

Uferkamp, gelernter Industriekaufmann sowie Heizungs- und Lüftungsbauer, hat vor vielen Jahren einen ungewöhnlichen Job übernommen – in seinem eigenen Verein Rot-Weiß Lintorf (RWL). Damals ging es darum, neue Umkleidekabinen zu bauen.

Uferkamp, Ehrenvorsitzender von RWL, übernahm zusammen mit dem Architekten Karl-Heinz Schrangs (ebenfalls 82) diese Aufgabe im Namen der Stadt. Nach zweieinhalb Jahren war das Projekt fertig, die Kosten lagen insgesamt bei 300 000 Euro.

Dass die Sache so gut funktionierte, sprach sich in Ratingen schnell herum: Uferkamp, der Baumeister. Und schon klopfte die Stadt an. Beim TuS Breitscheid ging es weiter (Baukosten 500 000 Euro). Dann war der ASV Tiefenbroich (630 000 Euro) an der Reihe, es folgte der ASC Ratingen West (630 000 Euro).

Und nun nahen die nächsten Projekte, die für Uferkamp die letzten dieser Art sein sollen, man werde ja nicht jünger. Auf der Anlage an der Schwarzbachstraße wird in Zusammenarbeit mit Türkgücü Ratingen ein neues Umkleidegebäude errichtet. Planungskosten in Höhe von 40 000 Euro wurden bereits genehmigt, insgesamt geht man von Kosten in Höhe von rund 550 000 Euro aus.

Und es wird ein weiteres Projekt auf dem Gelände des ASV Tiefenbroich umgesetzt mit Planungskosten in Höhe von 50 000 Euro. Ein weiterer hoher sechsstelliger Betrag wird für diese Baumaßnahme wohl notwendig sein. All diese Projektnotizen stehen auf dem Zettelchen von Uferkamp, der zweifellos sehr viel Spaß an dieser Arbeit hat und sich darüber freut, dass die Dinge gelingen und den Vereinen weiterhelfen.

„Nirgendwo gab es größere Probleme“, berichtete er, „es ist immer alles glatt gelaufen.“ Der Job fordert ihn, und mit Blick auf ein einzelnes Projekt können sich schon einmal mehr als 250 Termine anhäufen. Uferkamp fährt dann hin und her, macht quasi die Arbeit eines Baumanagers.

Dass er die Stadt und deren Netzwerke bestens kennt, kommt ihm zugute. Es gibt Besprechungen, Planungsrunden, Behördengänge – all dies nimmt viel Zeit in Anspruch. Die Zusammenarbeit vor allem mit dem Sportamt klappe hervorragend, lobt er.

Umkleidekabinen, Besprechungs- und Clubräume sowie Bereiche für Material – der Aufgabenkatalog des erfolgreichen Duos Uferkamp/Schrangs ist vielfältig. Der FDP-Politiker, der jeden Morgen im Lintorfer Allwetterbad seine Bahnen zieht, betont, dass Ratingen eine „sehr sportfreudige Stadt“ sei. Und man sei gut beraten, nachhaltig in die Infrastruktur zu investieren.

Nach erfolgreichem Projektabschluss gibt es stets viel Lob. Uferkamp freut sich darüber, muss es aber trotz imposanter Stimme nicht groß hinausposaunen. Er packt sein Zettelchen wieder ein. Und ist mit den Gedanken schon beim nächsten Projekt.