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Defekt bei Löscharbeiten zu TC-Grün-Weiß-Vereinsheim in Ratingen

Ratingen : Anwohner sorgen sich um Löschwasser

Drei Hydranten sollen bei einem Brand an der Götschenbeck Wasser liefern. Die Feuerwehr konnte in der Nacht zu Montag nur einen davon nutzen. Anwohner machen sich Sorgen um ihre Höfe.

Die Nacht von Sonntag auf Montag wird der Ratinger Felix Gorris nicht so schnell vergessen. Nicht nur, weil in seiner direkten Nachbarschaft das Vereinsheim des Tennis-Clubs (TC) Grün-Weiß lichterloh brannte, sondern auch, weil er in dieser Nacht umherirrenden Feuerwehrmännern begegnete. Er fragte sie, wonach sie denn suchen würden und bekam eine Antwort, die er so sicher nicht erwartet hatte: „Wasser.“ Gorris wies den Feuerwehrleuten den Weg zu einem Teich im Wald, aus dem diese dann auch Löschwasser entnahmen. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen, wie sich am nächsten Morgen ­herausstellte.

Löschwasserhydrant hatte
kein Wasser in der Zuleitung

Was in der Nacht passierte, nennt der Volksmund wohl „Verkettung unglücklicher Umstände.“ Felix Gorris erinnert sich: „Der Löschwasserhydrant, der zehn Meter vom Brandherd entfernt steht, hatte kein Wasser in der Zuleitung.“ Dabei wurde dieser nach Angaben des Ratingers erst im April untersucht. „Neben dem Hydranten befindet sich außerdem in der Fahrbahn ein Zugang zur Trinkwasserversorgungsleitung mit einem Anschluss für einen Löschwasserhydranten. Dieser Anschluss konnte in der Brandnacht nicht geöffnet werden, da ein Feuerlöschfahrzeug darauf stand“, so Gorris. „Wenn nicht, hätte das auch nichts genutzt, da der notwendige Schieber nicht zu öffnen war. Festgestellt hat man das am Morgen danach. Nachdem man einen Hydranten angeschraubt hatte, konnten selbst drei kräftige Feuerwehrleute den notwendigen Schieber nicht öffnen.“ Eine dritte Zapfstelle sei in den Plänen nicht eingezeichnet gewesen und wurde deshalb auch nicht gesucht.

Joachim Herbrand von der Ratinger Feuerwehr, der in der Brandnacht vor Ort war, bestätigt vorsichtig einen „technischen Defekt“. Der Schieber eines zweiten Hydranten sei nicht gefunden worden, weil er verdreckt war. Dies hätte aber den Verlauf des Brandes nicht beeinflusst: „Als wir an der Götschenbeck ankamen, brannte das Vereinsheim in voller Ausdehnung“, so Herbrand. „Wir haben selbst 10 000 Liter Wasser mitgeführt. Damit kommen wir schon recht weit.“ Der „Defekt“ sei gleich am nächsten Morgen von den Stadtwerken behoben worden. Die Sorge der benachbarten Höfe, im Falle eines Brandes ohne Wasser dazustehen, teilt er nicht: „Vor Ort gibt es drei Entnahmestellen. Damit sind die Anwohner dort sehr gut versorgt.“

Marc Bunse, Geschäftsführer der Stadtwerke bestätigt: „Es gab einen Defekt, der inzwischen behoben wurde.“ Zur Ursache kann er nichts sagen: „Wir machen bei jedem Hydranten alle sechs Jahre einen Vollfunktionstest. Vorgeschrieben sind alle acht Jahre. Beim jüngsten Test 2018 war alles in Ordnung.“ Seiner Kenntnis zufolge wurde bei einem Hydrant der Schieber nicht gefunden, der dritte Hydrant wurde zum Löschen ­genutzt.