Marien-Krankenhaus St. Marien für Corona-Notfälle bereit

Ratingen. · Das Krankenhaus hat die Zahl seiner Beatmungsplätze mehr als verdoppelt. Ein Corona-Patient in Quarantäne entlassen.

 Miles Smethurst, Martina Stemmler, Dr. Ansgar Keller, Dr. Markus Freistühler und Katrin Janberg (v. l.) sind gerüstet.

Miles Smethurst, Martina Stemmler, Dr. Ansgar Keller, Dr. Markus Freistühler und Katrin Janberg (v. l.) sind gerüstet.

Foto: RP/St. Marien

Das St.-Marien-Krankenhaus behandelt aktuell einen bestätigten Covid-19-Patienten, der bereits seit mehreren Tagen auf der Intensivstation beatmet wird. Dabei handle es sich nach Angaben des Hauses um einen Risikopatienten.

Zudem wird ein unter Corona-Verdacht stehender Patient auf einer Normalstation behandelt. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Ein Patient konnte nach Behandlung in häusliche Quarantäne entlassen werden. Außerdem haben sich sechs Verdachtsfälle nicht bestätigt. Aktuell gibt es vier Verdachtsfälle. Viele stationäre Verdachtsfälle bestätigten sich beim Test übrigens nicht, es seien meist Patienten mit Atemwegsinfektionen. Dennoch wurden und werden bei diesen Patienten dieselben Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt wie bei bestätigten Fällen, bis der Verdacht auf eine Infektion ausgeschlossen ist.

Nicht lebensnotwendige Operationen sind verschoben

Eine Station des Krankenhauses wurde dafür komplett für Covis-19-Patienten freigezogen und entsprechend eingerichtet. Darüber hinaus wurden die Beatmungsplätze von sechs auf 13 aufgestockt. „Derzeit werden viele Ressourcen für die voraussichtlich steigende Zahl stationär behandlungspflichtiger Corona-infizierter Patienten freigehalten. Wir haben unsere Belegung um circa 50 Prozent heruntergefahren und planbare Eingriffe, die ohne gesundheitliche Risiken verschoben werden können, werden derzeit nicht durchgeführt“, erklärt Ralf Hermsen, Geschäftsführer des St.-Marien-Krankenhauses.

Sobald sich die Situation verschärfen sollte, wird tagesaktuell entschieden, ob die Station als geschlossene Isolationseinheit geführt wird. Dann wird der gesamte Bereich ausschließlich in Schutzausrüstung und nur vom Stationspersonal durch eine Schleuse zu betreten sein. „Besonders wichtig ist, an dieser Stelle zu betonen, dass wir weiter für dringende Fälle sonstiger Art zur Verfügung stehen. Patienten sollen keine gefährlichen Krankheiten verschleppen“, erklärt Dr. Markus Freistühler, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. Diesbezüglich bestehe in diesen Tagen ein besonders enger Austausch mit den kooperierenden Hausärzten. Die Notaufnahme steht weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung. Allerdings werden die Patienten, die zu Fuß das Krankenhaus erreichen, über die Liegendanfahrt direkt in Empfang genommen und nicht wie gewohnt über den Haupteingang. Dies soll den Kontakt auf das nötigste minimieren. Darüber hinaus erhalten alle Patienten zunächst einen Mund-Nasen-Schutz und werden gebeten, sich die Hände zu desinfizieren.

Väter dürfen Schwangere
weiter bei der Geburt begleiten

Im nächsten Schritt wird eine „Covid-19-Triage“ durchgeführt. Eine Pflegekraft überprüft anhand eines festgelegten Fragebogens den Aufenthalt in Risikogebieten und zu möglichen Kontaktpersonen sowie typische Symptome. Auf diese Weise können die Mitarbeiter Verdachtsfälle identifizieren und sich sowie die anderen Patienten bestmöglich schützen.

Auch Schwangere werden weiterhin betreut. Während für sämtliche Stationen ein generelles Besuchsverbot besteht, dürfen werdende Väter die Schwangeren weiterhin zur Entbindung begleiten. „Wir möchten auch in diesen Tagen das einmalige Erlebnis der Geburt für die gebärenden Mütter so entspannt wie möglich gestalten“, bestätigt Dr. Stefan Kniesburges, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

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