Medienzentrum : Bürger erbost über Lesecafé-Pause

Medienzentrum : Bürger erbost über Lesecafé-Pause

Die Kunden des Medienzentrums bemängeln, dass der Treffpunkt einfach dicht gemacht hat.

Die Pläne zur Umgestaltung des Foyers des Medienzentrums liegen bereits vor. Es soll alles heller, moderner und vor allem digital werden – mit Angeboten für junge Menschen. Die Stammkunden, die die schöne Atmosphäre im liebevoll bewirteten Lesecafé geschätzt haben, sind unterdessen stinksauer. Denn der Treffpunkt, der von einem netten Herrn aus Indien gehegt und gepflegt wurde, wirkt so steril wie eine ausgestorbene Halle.

Das Mobiliar ist zwar noch da, aber es fehlt das gesellige Leben. Es gibt keine Häppchen, keinen Tee oder Kaffee, keine Folienkartoffel mit Salat – einfach nichts. Dieses karge Dasein hat Familie Thomas auf die Palme gebracht. Und so hat man einen Brief geschrieben und die geballte Kritik direkt an alle Fraktionen im Rat, an den Bürgermeister und das Kulturamt geschickt. „Auch andere Nutzer des Lesecafés, mit denen wir gesprochen haben, finden diese Entwicklung äußerst bedauerlich. Seit der Eröffnung des Medienzentrums wurde der Raum des Cafés als gemütlicher Bürgertreffpunkt und Veranstaltungsraum konzipiert und eingerichtet. Nun sollen wir augenscheinlich auf diese Vorzüge im Zentrum des Stadt verzichten.“ Nur ein kleiner Auszug aus dem Brief, der dokumentiert, dass der Ärger groß ist. Zurzeit prangt am Café ein Schild mit dem Hinweis „Keine Bewirtung“. Weitere Informationen gibt es nicht. Auch dies sorgt für Verdruss. Und es gibt Spekulationen. Der Wirt habe die Kündigung erhalten. Die Stadt gab dazu keine Stellungsnahme ab.

Fakt ist: Die Räumlichkeiten, in denen das Lesecafé untergebracht ist, werden laut Stadt als Briefwahlbüro für die Europawahl am 26. Mai benötigt. Im Anschluss an die Wahl und den Umzug des Bürgerbüros ins neue Rathaus wird das Erdgeschoss des Medienzentrums neu gestaltet.

Es ist offen, wann das Bürgerbüro in die Verwaltungszentrale zieht

Knackpunkt: Noch weiß man nicht genau, wann das Bürgerbüro in die neue Verwaltungszentrale ziehen kann. Kulturelle Veranstaltungen sollen nach der Europawahl wieder stattfinden, und dies werde auch nach dem Umbau des Foyers möglich sein. Mit Blick auf die Bewirtung des Lesecafés prüfe man verschiedene Möglichkeiten.

Laut Vorlage für die politischen Gremien will die Verwaltung die Aufenthaltsqualität des Foyers deutlich verbessern. Wörtlich heißt es: „Der Raum soll einladend wirken und die Bürger neugierig machen.“ Man will insgesamt das Angebot mit Blick auf digitale Formate deutlich ausweiten. „Im Sinne einer generationenübergreifenden Kommunikation sollen sich aber auch ältere Menschen und Familien eingeladen fühlen, diese Angebote zu nutzen“, heißt es in dem Papier.

Bei der Düsseldorfer Bezirksregierung gibt es eine Fachstelle für öffentliche Bibliotheken. Die ist in die Ratinger Planungen eingebunden. Möglicherweise kann man Fördergelder abrufen. Die könnte die Stadt gut gebrauchen.