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Ratingen: BU fordert Masterplan für Sporthallen

Ratingen : BU fordert Masterplan für Sporthallen

Viele Hallen weisen Mängel auf, heißt es von der Bürger Union. Die Mehrheit des Rates folgte ihrem Antrag jedoch nicht.

Die Fraktion der Bürger Union (BU) zeichnet ein Szenario, das auf den ersten Blick ein denkbar schlechtes Licht auf den Zustand hiesiger Sporthallen wirft. In einem Schreiben der BU heißt es: „In Breitscheid ist eine (von zwei) Umkleiden und Toiletten seit Beginn der Sommerferien wegen eines Rohrbruches gesperrt. In Lintorf kommt es in den Sporthallen des Schulzentrums unregelmäßig zu Legionellenbefall in den Umkleiden, die zu Sperrungen führte und immer noch führt. Die Glaswände der beiden kleinen Sporthallen sind so marode, dass nicht nur Wasser eindringt, die Athleten müssen in dicken Pullovern trainieren, und die Böden sind eigentlich aufgrund des Alters und des Aushärtens nicht mehr zumutbar. In Homberg wartet der dortige Verein seit knapp zwei Jahren auf die Beseitigung eines Wasserschadens.“

Bürger Union sieht einen
erheblichen Sanierungsbedarf

Viele Sporthallen und deren Ausstattung hätten einen erheblichen Sanierungsbedarf. Um einen Überblick zu erhalten, auf dessen Grundlage tragfähige Investitionsentscheidungen getroffen werden können, hatte die Fraktion der Bürger Union bei den Haushaltsberatungen die Beauftragung eines externen Fachunternehmens gefordert.

Dieses sollte mit der Bestandsaufnahme des Sanierungsbedarfs unter Berücksichtigung energetischer Gesichtspunkte, des Zustandes des Inventars und der Nutzungsstruktur der Hallen beauftragt werden. Der mehr als 15 Jahre alte Sportstättenentwicklungsplan befasse sich laut BU nur mit den Freianlagen. In der Handlungsempfehlung für die Sportentwicklungsplanung Ratingens des Stuttgarter Institutes IKPS aus dem Jahre 2015 sei ein solcher Plan auch für die Sporthallen dringend empfohlen worden.

Aus Sicht der BU ist es dringend geboten, eine tragfähige Vorlage zum Zustand der städtischen Sporthallen und ihrer Sanierungsbedürftigkeit zu erhalten, denn „die Verantwortlichen in der Verwaltung sollten nicht abwarten, bis es zu erheblichen Baumaßnahmen an diesen Sporthallen kommen muss“. Gleichzeitig könne man aus Sicht der Bürger Union nur dann vernünftige Priorisierungen vornehmen, wenn alle Sachverhalte bekannt sind. Der Rat lehnte einen zu erarbeitenden Masterplan aber ab.

Das brachte die Fraktion der BU auf die Palme, sie legte jetzt mit einer schriftlichen Stellungnahme nach. In die Sportfreianlagen seien in den vergangenen Jahren Millioneninvestitionen geflossen, die Sporthallen seien jedoch „stiefmütterlich“ behandelt worden. „Dies muss endlich ein Ende haben“, fordert die BU-Fraktion jetzt.

Rolf Steuwe, Erster Beigeordneter und zuständiger Dezernent für Schule und Sport, kann die Kritik nicht nachvollziehen. Die von der Bürger Union aufgeführten Mängel an Hallen und in Umkleideräumen habe man längst auf der Agenda, es handele sich dabei um ein großes Paket aus Sofort-Maßnahmen, die „man auch sofort in Angriff nehmen muss“. Dies bedeutet: Diese Reparaturarbeiten haben absolute Priorität.

Steuwe verwies auch darauf, dass man im Bereich der Kitas und des Offenen Ganztages massiv erweitern muss. Das bindet Personal und Planungskapazitäten. Dennoch will er einen Masterplan mit Blick auf die Sporthallen nicht kategorisch ablehnen. Im Gegenteil: Man werde einen solchen Plan in Angriff nehmen, er sei auf jeden Fall notwendig.

Stadt stellt 50 000 Euro
für neue Geräte bereit

Was in dem Schreiben der BU nicht stehe, sei die Tatsache, dass die Stadt auf Betreiben von Bürgermeister Klaus Pesch 50 000 Euro für neue Sportgeräte zur Verfügung stelle. „Einige Geräte sind nicht mehr zeitgemäß“, betonte Steuwe. Man habe sich die Hallen intensiv angeschaut, „und ich war bei vielen Terminen dabei.“

Michael Schneider, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, hatte in einem früheren Gespräch gesagt: Die dauerhafte Instandhaltung von Sportanlagen sei logischerweise ein Dauerthema. „Das ist nicht toll oder sexy, muss aber betrieben werden“, betonte er. „Wenn Duschen kaputt sind, teils auch durch Vandalismus, geht es darum, den Vereinen schnell zu helfen, die Schäden zu beseitigen. In Hallen gibt es immer wieder Probleme, die Sportplatzsituation wird durch weniger Flächen nicht einfacher. Der Hallenbedarf ist da, aber man kann nicht einfach Sporthallen bauen.“ Die Alternative sei, bestehende Flächen neu zu nutzen. „Aus der Sporthalle Philippstraße soll eine Doppel-Halle werden: eine normale und eine für den Reha-Sport“, sagte Schneider, die Nachfrage sei auf jeden Fall da.