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Blauer See bleibt Thema für Stadt

Blauer See bleibt Thema für Stadt

Das Freizeitareal soll zu einem Zentrum für Umweltbildung werden. Davon könnte der komplette Kreis Mettmann profitieren.

Ratingen. Was vor einigen Jahren eher im weiten Reich der Theorie verankert war, entwickelt sich mehr und mehr zum ausgewachsenen Projekt. Und Jochen Kral, der Technische Beigeordnete, bekräftigte , dass es nun ein neues Nutzungs- und Planungskonzept für den Blauen See gebe. Die Ergebnisse, so Kral, sollen bereits vorliegen. Botschaft: Die Stadt treibt die Planungen für das Gelände weiter forsch voran. Den Auftrag dazu hat sie von der Politik bekommen. Dabei geht es auch schon darum, für das Bauen und Planen öffentliche Fördermittel abzurufen.

Breiter kann das Bündnis im Rat kaum sein: Die Fraktionen von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und den Optimisten (früher Piraten) haben Bürgermeister Klaus Konrad Pesch in einem gemeinsamen Antrag zum Handeln aufgefordert: Er soll prüfen lassen, ob die Neugestaltung des Freizeitgeländes Blauer See auch mit Hilfe von Fördermöglichkeiten des Landes umgesetzt werden kann.

Ein Bebauungsplanverfahren, verbunden mit der Änderung des Flächennutzungsplans, war bereits auf den Weg gebracht worden. Eine umfangreiche Umsetzungsstudie (ein Schwerpunkt: Umweltbildungszentrum auf dem Gelände) war zudem beschlossen worden. Die Gebäude, Wege sowie die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur am Blauen See würden immer baufälliger, es bestehe dringender Handlungsbedarf, das Gelände zu überplanen, heißt es in dem Antrag.

Ziel sei es, wieder ein attraktives Naherholungsangebot zu entwickeln, das allen Bürgern zur Verfügung steht. Auch der Neanderlandtourismus würde erheblich profitieren, betonen die Fraktionen. Wörtlich heißt es: „Die Grobplanung soll das Gelände der Bleichwiese im Zusammenhang mit dem LVR-Museum Cromford sowie auch die Parkplätze mit einschließen. Inhalt des Förderantrages sollte die vom Rat beschlossene Umsetzungsstudie für ein attraktives Naherholungsangebot sein. Darüber hinaus muss die bestehende Infrastruktur modernisiert und weitestgehend barrierefrei gestaltet werden“, lautet der Text im Wortlaut.

Zudem soll geprüft werden, ob eine Betreibergesellschaft in Form einer gGmbH (Anteilseigner Stadt Ratingen, Kreis Mettmann) für den laufenden Geschäftsbetrieb die Verantwortung übernehmen könnte. Perspektivisch bedeutet dies: Die Stadt könnte das Areal von der Gräflich von Spee’schen Zentralverwaltung kaufen und das Heft des Handelns in die Hand nehmen. So ist der Kern des Antrags auch zu verstehen. Ein weiterer Aspekt: Es soll auch untersucht werden, ob die Themen Inklusion, Förderung benachteiligter Jugendlicher und Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser besetzt werden können. Es gebe erfolgreiche Beispiele in NRW, die zeigen, dass der Betrieb auf einem solchen Gelände mit arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten verbunden werden kann.

Die Förderprogramme des Landes NRW und der Europäischen Union bieten laut Antrag der Fraktionen diverse Anknüpfungspunkte. Frank Licht, neuer Leiter der Kommunalen Dienste, betonte anlässlich des Neujahrsempfangs des Bürgermeisters, dass er sich auf dem Freizeitareal sehr gut ein Umweltbildungszentrum vorstellen könnte. Dafür habe man eine kleine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, erklärte Kral, der sich mit Blick auf die Kaufverhandlungen bedeckt hielt. Man befinde sich in der „qualifizierten Anfangsphase“. Anders ausgedrückt heißt das: Hinter den Kulissen ist man im engen Austausch.