Bienenhotels für jeden Ratingen Stadtteil

Ratingen : Nisthilfen: Es brummt und summt in Ratingen

Viele der Wildbienenwohnungen sind bereits belegt. Zehn Nisthilfen sollen noch folgen.

Seit gut vier Monaten steht nun der kleine Wildbienen-Lehrpfad mit seinen anschaulichen interaktiven Informationstafeln und einer zwei mal zwei Meter großen Nistwand am Biotop Cromford, zwischen Poensgenpark und dem Stellwerkhäuschen an der Kalkbahn. Schon zur offiziellen Vorstellung war schon ein munteres Summen und Brummen zu hören.

Die Nisthilfenmodule wurden mit den unterschiedlichsten Materialien befüllt, und bislang sehr gut angenommen. Bisher haben unter anderem die Seidenbiene, die rote Mauerbiene und die Maskenbiene Einzug gefunden, zur Freude vieler Spaziergänger, die hier auch gerne mal eine Pause machen. Auch Familien mit ihren Kindern und die Schulkinder der Stadtranderholung staunten in den Ferien nicht schlecht, wie viele Wildbienenwohnungen schon belegt sind. Die letzten Nachzügler, die nur einige Wochen im Spätsommer unterwegs sind, wie zum Beispiel Blattschneiderbiene und Grabwespe, sind inzwischen auch eingezogen, so dass die Flugsaison langsam erfolgreich dem Ende zugeht.

Das freut natürlich Bernt Westarp sehr, da die Bernt Westarp Stiftung den Bau des Bienenhotels im Frühjahr ermöglicht hatte. Mit Umweltdezernent Martin Gentzsch kam er bei der Eröffnung so intensiv ins Gespräch, dass gleich die Idee für ein neues Projekt geboren wurde – in jedem Stadtteil soll in öffentlichen Grünflächen mindestens eine Insektenhilfe für Wildbienen stehen. Spontan sagte Bernt Westarp einen größeren Spendenbetrag über fast 4000 Euro zu.

In jedem Stadtteil soll eine Nisthilfe errichtet werden

Im Herbst werden in Kooperation mit der Werkstatt für Behinderte (WfB), Velbert insgesamt zehn Nisthilfen in Säulenform in jedem Stadtteil errichtet. Der WfB hat mit den schmalen,
circa 1,80 Meter hohen Nisthilfen in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht und vertreibt diese und andere Nisthilfen unter dem Namen „naturfairbunden“. Übrigens wurde der gesamte „Neandersteig“ auf einer Länge von 230 Kilometern mit den Nisthilfen ausgestattet.

Die ausgewählten Standorte in den jeweiligen Stadtteilen werden mit für Wildbienen geeigneten Saatgutmischungen angereichert, so dass ein Angebot an Futterpflanzen zur Verfügung steht. Dies ist eine der Maßnahmen, die das zur Zeit in Erstellung befindliche Konzept „Naturnahes Stadtgrün“ vorsieht und das in diesem Jahr vorgezogen wird. Je nach Witterung werden die Flächen bis Ende Oktober vorbereitet und im Frühjahr nachgesät.

Dank der Ratinger Bernt Westarp Stiftung, wird es zusätzlich zum Biotop Cromford im März 2020 ein weiteres Insektenhotel geben, diesmal im Erholungspark Volkardey. Am Ostufer, nahe der Tischtennisplatten, hatten hier schon die Helen-Keller Schule und die Dietrich-Bonhoeffer Schule mit ihrer „Be(e) nice!“-Aktion Ende Juni eine Linde gepflanzt. Red

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