Ratingen : Bürger Union kritisiert fehlende Digitalisierung

Die Corona-Krise habe in Bezug auf die Digitalisierung neue Herausforderungen mit sich gebracht. „Für Online-Unterricht müssen die entsprechende Hard- und Software sowie leistungsfähige Datenleitungen vorhanden sein“, meinte SPD-Fraktionschef Christian Wiglow.

Die aktuelle Berichterstattung über Defizite bei der digitalen Ausstattung an Schulen schlägt hohe Wellen. Die Fraktion der Bürger Union (BU) unterstützt den neuen Digitalausschuss der Elternpflegschaft des Kopernikus-Gymnasiums in Lintorf. Zu Recht weise die Elternpflegschaft darauf hin, dass für die Ausstattung der Schulen die Stadt zuständig sei. Die BU und auch die Schule selbst kritisieren seit Jahren, dass die Verwaltung es versäumt habe, die notwendigen Maßnahmen für die Digitalisierung der Schulen in die Hand zu nehmen, hieß es. Mit dem Antrag vom 26. Mai hatte die Fraktion den Bürgermeister aufgefordert, den sofortigen Aufbau von Netzstrukturen in allen Schulen zu veranlassen und alle veraltete Computerhardware an den Schulen auszutauschen. Neben dem Kopernikus-Gymnasium werde auch das Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium weitgehend ohne funktionierende Netzstrukturen geführt, so die BU.

Schuldezernent Rolf Steuwe hatte mit Blick auf das Kopernikus-Gymnasium betont: „Die Schule ist bereits ans Glasfasernetz angeschlossen. Einzelne Klassenräume auch.“ Die mit der Verlegung der Kabel beauftragte Firma habe es seinerzeit jedoch versäumt, zu dokumentieren, wo genau die Glasfaserleitungen verlaufen. „Dies holen wir jetzt nach. Bis zum Ende der Ferien wird ein Teil der Klassenräume mit Glasfaser ausgestattet sein. Im Lehrerzimmer ist Online-Unterricht schon jetzt möglich.“ Die Anschaffung digitaler Endgeräte gestalte sich indes schwierig: „Da viele Schulen jetzt ihre Bestellungen aufgeben, gibt es massive Lieferengpässe.“ Auch die SPD diskutiert mit: So wird die Verwaltung gebeten, den Sachstand der Umsetzung der Schul-Beschlüsse wie auch die Umsetzung des „Digital-Paktes Schule“ des Bundes für Schulen vorzustellen, aus dem Ratingen „nach unseren Informationen rund 2,2 Millionen Euro erhalten kann“. Die Corona-Krise habe in Bezug auf die Digitalisierung neue Herausforderungen mit sich gebracht. „Für Online-Unterricht müssen die entsprechende Hard- und Software sowie leistungsfähige Datenleitungen vorhanden sein“, so SPD-Fraktionschef Christian Wiglow. Dass die Schulen über die Stadtwerke an das Glasfasernetz angeschlossen werden sollen, sei bekannt. Nun müsse dies auch umgesetzt werden.