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Band „Pressekönige“ distanzieren sich von Rechtsrock

Band „Pressekönige“ distanzieren sich von Rechtsrock

Die drei Musiker sagen ihren Auftritt bei rechter Rockband ab.

Ratingen. Die Ratinger Rockband „Pressekönige“ hat sich von der Rechtsrock-Band „Kategorie C“ distanziert und ihre Teilnahme an einem geplanten Konzert als Vorband abgesagt. Die drei Bandmitglieder beteuern, sie seien „völlig unpolitisch“ und wehren sich gegen den Vorwurf, selbst rechts zu sein.

Bereits am Freitag hatte es ein erstes Gespräch mit Bodo Schmolt gegeben, Leiter des Jugendclubs West, wo die „Pressekönige“ einen städtischen Probenraum nutzen und im April bei einem Konzert auftreten durften.

„Sie haben versucht, den Schaden zu begrenzen und sich von rechtem Gedankengut distanziert“, sagte Schmolt unserer Zeitung. Auf ihren Auftritt als Vorband bei der vom Verfassungsschutz als „gewaltbereite Rechtsextremisten“ eingestuften Band „Kategorie C — Hungrige Wölfe“ wollten die drei Jungs (17 und 19 Jahre) da allerdings noch nicht verzichten.

Erst die Aussicht auf die Konsequenzen sorgte dann offenbar für ein Umdenken. Schmolt: „Die wollten nur einmal auf einer großen Bühne stehen. Aber ohne einen Verzicht auf den Auftritt hätte es keine Basis mehr mit uns gegeben — also auch keinen Probenraum mehr.“

In Mails an die WZ-Redaktion hatten die Bandmitglieder Fabian M. und Nick V. am Wochenende mitgeteilt, sie wüssten, dass „Kategorie C“ umstritten sei, sie wollten sich aber selbst ein Bild von allem machen. Zudem hätte „Kategorie C“ auf ihrer Fanseite der „rechten Musik abgedankt“.

Und würde es zu „politischen Handlungen kommen“, würden sie sofort ihre Sachen packen. Gleichwohl reizte die Chance auf einen Auftritt vor großem Publikum: „Es geht einfach um die Musik und das Feiern. Da hat politisches Gedankengut nichts verloren.“

Bei einem zweiten Gespräch im Jugendclub West gestern ist „der Groschen gefallen“. Schmolt: „Die waren schon reichlich naiv.“ Mit der Absage des Auftrittes seien die Forderungen der Stadt erfüllt. Da die „Pressekönige“ keine gewaltverherrlichenden oder rechten Texte sängen, steht einer weiteren Nutzung des Probenraumes nichts entgegen. „Wir werden aber im Gespräch bleiben.“

Auf ihrer Facebook-Seite löschten die drei Ratinger den Link zu „Kategorie C“ und stellten klar: „Wir werden nicht bei Kategorie C auftreten. Wir wussten nicht, was das für Auswirkungen hat, wenn man mit ihnen auftritt. Wir haben nicht erwartet, dass man als rechts dargestellt wird, wenn man mit einer Band auftritt, die es laut Presseberichten ist.“