Bahnstraße: Anbindung erst später

Bahnstraße: Anbindung erst später

Erst 2020 kann mit dem Anschluss an die Fußgängerzone gerechnet werden. Positiv: Es gibt kaum Leerstand.

Ratingen. Randlagen haben es in allen Städten schwer, selbst wenn sie in unmittelbarer Nähe zu einer Fußgängerzone liegen. Dafür geht es der Bahnstraße in Ratingen erstaunlich gut. Derzeit ist kaum Leerstand erkennbar. Zwei Ladenlokale Richtung Ring stehen zur Vermietung, ansonsten prägen meist Inhabergeführte Läden und Dienstleister das Bild. Darunter auch ein gut sortierter Stoff- und Kurzwarenladen. Der bisherige „Magnet“ der Straße, der Haushaltswarenladen, bleibt definitiv erhalten — unter neuem Namen, aber altbewährter Leitung. Doch ein bisschen mehr Leben täte der Einkaufsmeile gut: Die Anwohner rund um die Einmündung Bahnstraße/Mülheimer-/Hoch- und Oberstraße warten sehnsüchtig auf die Umgestaltung des gesamten Bereiches.

Mit Blick auf die anstehenden Arbeiten war die Bahnstraße nur bis zur Karl-Theodor-Straße saniert worden. Doch der weitere Anschluss, der im sogenannten Integrierten Handlungskonzept Ratingen Zentrum (INTEK) von 2013 bereits für dieses Jahr vorgesehen war, lässt auf sich warten: Nach Angaben von Ulrike Trimborn von der Pressestelle der Stadt könne man nicht vor 2020 damit rechnen. Derzeit befinde man sich in der Planungsphase. Eine Entwurfsplanung liege bereits vor. Allerdings gehe es auch um Fördermittel. Dafür müsse die INTEK-Planung fortgeschrieben werden. Mit anderen Worten: Um Fördergelder nicht aufs Spiel zu setzen, sind Fristen einzuhalten. Vorzeitiger Beginn kann förderschädlich sein.

Die Geschäftsleute von Bahn-, Hoch- und Mülheimer Straße warten seit Längerem auf eine bessere Anbindung an die Fußgängerzone Oberstraße. Und an der Einmündung der Wallstraße in den fußläufigen Teil der Oberstraße drängen genervte Anwohner seit Längerem auf eine Verkehrslösung: Viel zu viel Verkehr, auch durch die beiden Parkhäuser bedingt, drängt sich dort durchs Nadelöhr.

Die INTEK-Planer schlagen für den gesamten Bereich daher eine „Verkehrsmischfläche“ vor: Fahrbahn und Bürgersteige werden getrennt, jeder muss auf jeden Rücksicht nehmen. Der gesamte Straßenraum soll wie die Fußgängerzone gestaltet werden, was Pflasterung, Beleuchtung Mobiliar angeht. Geprüft werden soll, ob die Oberstraße als verkehrsberuhigter Bereich ausgeschildert werden kann. Wörtlich heißt es: „Durch die Aufwertung des öffentlichen Raumes werden für die Randzone des Hauptgeschäftsbereiches Entwicklungsperspektiven und Investitionsanreize geschaffen, um dem Angebot- und Qualitätsrückgang in diesem Bereich entgegenzuwirken.“

Die näheren Geschäftsanlieger würden sich bereits freuen, wenn die Weihnachtsbeleuchtung auch bis zu ihnen strahlen könnte. Einige haben begonnen, mit eigenen Mitteln ein bisschen die Straße zu verschönern: zum Beispiel mit Blumenkästen an den Fußgänger-Gittern. Gerd Pfankuchen, Inhaber des Haushaltsgeschäftes, wird dort auch weiter die Blumen gießen: Auch wenn derzeit der Räumungsverkauf läuft, soll es weitergehen. Nach dem 26. August, so die Planung, wird das Geschäft für etwa dreieinhalb Wochen geschlossen: Es wird komplett umgebaut. Denn die Nachfolge steht nun fest: Das Unternehmen Küchenprofi wird dort einen Kochshop eröffnen. Eigentlich könnte Pfankuchen (67) den Ruhestand genießen. Doch er will weitermachen, als Geschäftsbetreiber. Das sei er seinen Kunden und auch der Stadt nach acht Jahren vor Ort schuldig: „Ich mache das gerne.“ Damit sei der Standort gesichert, es gebe einen langfristigen Mietvertrag.

Das Sortiment umfasse alles rund um die Küche. Geschenkartikel, Glas- und Porzellanwaren werde man aber nicht mehr finden. Auch die obere Etage wird keine Verkaufsfläche mehr sein. „Zu groß für Ratingen“, sagt Pfankuchen.

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