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Als Schlange Kaa setzt sie ihren betörenden Blick ein

Als Schlange Kaa setzt sie ihren betörenden Blick ein

Susann Sinnemann ist eine der Darstellerinnern des Klassikers Dschungelbuch, der am Blauen See aufgeführt wird.

Einen anderen Beruf als Schauspielerin? „Nein, für mich stand schon in der ersten Klasse fest, dass ich Schauspielerin werden sollte“, sagt Susann Sinnemann. Zum zweiten Mal steht sie für Theater Concept auf der Naturbühne, spielt in der aktuellen Dschungelbuch-Inszenierung unter anderem die Schlange Kaa. „Insgesamt 17 Meter lang ist das Kostüm“, erzählt sie lachend: „Da musste ich am Anfang wirklich viel üben, um damit zurecht zu kommen.“

Die gebürtige Hallenserin ist aber nicht bloß Schauspielerin — künstlerisches Multitalent trifft es da wohl eher: „Seit ich sieben bin habe ich Tanzunterricht, arbeite mittlerweile auch als Lehrerin.“ Und auch eine Gesangsausbildung hat sie. Alles Talente, die sie auf der Naturbühne umsetzen kann: „Es macht sehr viel Spaß, hier zu spielen, weil das Ensemble einfach klasse ist.“ Und ernst fügt sie hinzu: „Das ist nicht überall so. Leider gibt es in der Schauspielerei genau die gleichen Konflikte wie in allen anderen Berufen auch.“

Welche Rolle Sinnemann auch spielt, ihre Herangehensweise an die Figur ist oft ähnlich: „Ich versuche, in jeder Figur etwas zu finden, was sie besonders macht.“ Dass es dabei nicht immer einfach ist, eine Rolle mit Leben zu füllen, die so gar nicht dem eigenen Ich entspricht, weiß die 25-Jährige genau: „Das ist dann ein bisschen wie Laufen lernen.“ Dabei kann es passieren, dass sie auch in solch einer Rolle etwas von sich preisgibt: „Die Bühne ist so etwas wie ein geschützter Raum. Da kann ich einer Figur auch mal Anteile von mir geben, die ich im realen Leben nie nach außen zeigen würde.“

Wer meint, dass Schauspieler grundsätzlich extrovertierte Menschen seien, der irrt. Ein Vorurteil, dass Sinnemann nicht zum ersten Mal hört: „Das denken viele. Aber ich bin zum Beispiel niemand, der in der Bahn einfach Leute ansprechen würde.“ Aber wer fast sein ganzes Leben auf der Bühne steht, der lernt das: „Als Kind war ich eher eine graue Maus.“

Das ist lange her. Geblieben ist aber ein Wunsch, den schon die junge Susann als Schauspielerin hatte: „Ich liebe es, Rollen zu spielen, die man mir so nicht zutraut vom Erscheinungsbild und vom Wesen. Das Böse auf der Bühne darzustellen, ist ein großer Reiz.“ Auf der Naturbühne muss sie das nicht umsetzen, auch wenn Kaa ihre betörenden Blicke einsetzt