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Abfuhrrhytmus der Blauen Tonne in Ratingen wird geändert

Ratinger Papier und Pappe : Die Blaue Tonne ist künftig Pflicht

Mit dem auf 14 Tage halbierten Leerungsangebot der Blauen Papiertonne verdoppelt sich praktisch die Kapazität, aber ohne eine Verdoppelung der Tonnen, die ja auch Platz braucht. Viele Altpapier-Depotcontainer werden abgebaut.

Das Kunden- und Nutzerverhalten hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Eine Folge: Das Papier- und Pappeaufkommen ist auch in Ratingen kontinuierlich gestiegen. Mehr Onlineshopping und mehr Verpackungen aus Papier statt Plastik lassen vor allem das Altpapiervolumen stark steigen. Gleichzeitig laufen die städtischen Depotcontainer über. Die Folge: Berechtigte Beschwerden bei der Stadt über eine Vermüllung an den Papiercontainern trotz häufigerer Leerung.

Ratingen reagiert nun darauf in seiner neuen Kreislaufwirtschaftssatzung (Abfallentsorgungssatzung). Jetzt kommt die Serviceverbesserung direkt ins Haus: Mit dem auf 14 Tage halbierten Leerungsangebot der Blauen Papiertonne verdoppelt sich praktisch die Kapazität ohne eine Verdoppelung der Tonnen, die ja auch Platz brauchen. Außerdem wird die Blaue Tonne nun flächendeckend eingeführt, die Zahl der unschönen und manches Mal durch Fremdnutzer missbrauchten Papiercontainer wird deutlich reduziert. Die Glas- und Kleidungscontainer bleiben davon unberührt. Große Kartons von Privatpersonen und kleineren Gewerbetrieben können übrigens zusätzlich am Zentralmateriallager, Robert-Zapp-Straße 3, abgegeben werden.

Mit Anträgen von 2018 und 2020 hatte die CDU-Fraktion die 14-tätige Leerung angeregt. Inzwischen hat die Verwaltung die technisch-organisatorischen Voraussetzungen für die Serviceverbesserung geschaffen, sodass es am 1. Juli los gehen konnte. Die Termine können über den Abfallkalender (Google: Ratingen Abfallwegweiser), die Ratingen-App oder die MyMüll-App abgefragt und bei den Apps in eine elektronische Erinnerung (Push-Nachricht) übernommen werden. Alle Ratinger Haushalte erhalten nun blaue Tonnen und können diese in den Größen 120, 240 und 1100 Liter per Mail an
amt70@ratingen.de oder telefonisch unter 02102/550-7070 bestellen. Auf Antrag ist ausnahmsweise eine Befreiung von der Nutzung möglich.

Die Blaue Tonne ist
in Ratingen kostenfrei

Die Blaue Tonne selbst ist in Ratingen kostenfrei; durch die Verdoppelung des Abholrhythmus entstehen wegen des Verkaufs des Altpapiers nur sehr geringe Mehrkosten von etwa vier bis fünf Cent pro Liter Restmülltonne, von denen zwei Cent in den Müllgebühren 2022 bereits eingerechnet sind. Mit drei Euro pro Liter liegt die Stadt Ratingen im NRW-Vergleich ohnehin bei den günstigsten zehn Prozent der Städte.

„Erste andere Städte haben mit der Einführung eines komfortablen Abholsystems bei gleichzeitiger Reduzierung der Containerstandorte gute Erfahrungen macht”, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Gerold Fahr. Auch habe die Vermüllung an den abgebauten Depotcontainerstandorten komplett und an den verbliebenen deutlich abgenommen.

Und Fraktionschef Stefan Heins ergänzt: „Die CDU begrüßt die neue Entsorgungsverordnung insgesamt ausdrücklich und bedankt sich bei den städtischen Fachleuten für die punktgenaue Umsetzung. Denn sie zielt insbesondere darauf ab, recycelbare Materialien besser zu trennen und für die Bürger komfortabel wieder in den Kreislauf zurückzuführen, also möglichst nachhaltig mit recyclebaren Abfällen umzugehen. Auch wenn die Kommunalen Dienste der Stadt sich bereits heute erfolgreich um Sauberhaltung Containerstandorte, die teilweise von wenigen als wilde Müllkippe missbraucht werden, kümmert, erwarten wir eine weitere Verbesserung des Ortsbildes in allen Stadtteilen.”

Die alte Verordnung wird damit nach mehr als 20 Jahren durch eine umweltgerechtere Satzung abgelöst. Der Großteil der Altpapier-Depotcontainer wird abgebaut. Nur an 15 von zurzeit 72 Standplätzen im gesamten Stadtgebiet bleiben die Altpapier-Container stehen, an den übrigen werden ab 2023 nur noch Altglas und Altkleider gesammelt. „Wir werden im ersten Jahr die Entwicklung genau beobachten und dann den Bedarf anpassen“, sagt Umweltdezernent Prof. Dr. Bert Wagener.

Die Nutzung der Papiertonne für die Entsorgung von Altpapier ist zukünftig für Wohngrundstücke verpflichtend. Haushalte, die bislang noch nicht über eine blaue Altpapiertonne verfügen, können diese jederzeit über das entsprechende Formular auf der städtischen Internetseite sowie per Post oder E-Mail bestellen.