Neandertaler zieht ins Legoland

Neandertaler zieht ins Legoland

Auf die erfolgreiche Zeit-Ausstellung folgt ab 19. November eine Reise durch die Menschheitsgeschichte. Das Besondere: Alle gezeigten Bauwerke bestehen aus Legosteinen.

Kreis Mettmann. Die Zeiten der Bonbon-Farben im Neanderthal Museum sind vorerst vorbei. Vier Monate haben die knallbunten Ausstellungsstücke der Sonderausstellung „Von Zeit zu Zeit — Ticken wir richtig?“ die Besucher erfreut. Doch seit Montag ist der untere Bereich des Museums, in dem die Sonderausstellungen ihren Stammplatz haben, verwaist. Und wer jetzt noch wissen will, ob er richtig tickt, muss reisen. „Wir haben alles abgebaut. Die Exponate und Mitmachstationen wurden wieder nach Halle gefahren und werden dort eingelagert, bis sie wieder von einem Museum gebucht werden“, sagt stellvertretende Museumsleiterin Bärbel Auffermann.

Sie selbst hatte die Idee, die Zeit-Ausstellung ins Neandertthal Museum zu holen. Und die Zahl der Besucher, die sich die Ausstellung angesehen haben, zeigt, dass diese Entscheidung richtig war. In vier Monaten lockte die Zeit-Ausstellung 24 247 Gäste ins Museum. „Damit ist die Schau die fünft meistbesuchte Sonderausstellung, die jemals im Museum zu sehen war“, sagt Auffermann. „Damit liegt sie noch vor der Ausstellung, die sich mit Hinrichtungen beschäftigt hat.“

Bärbel Auffermann und ihr Team haben sich aber schon den nächsten Clou einfallen lassen, um jede Menge Menschen ins Neandertal zu locken: Ab 19. November lädt das Museum zu einer Reise durch die Epochen der Menschheitsgeschichte ein. Entscheidende Bauwerke sind dann in Rahmen einer neuen Sonderausstellung zu sehen. Das Besondere daran ist aber: Sie alle sind aus Legosteinen gebaut.

Gesehen hat Auffermann die Lego-Ausstellung schon in einem anderen Museum in Wolfsburg. Sie war gleich von der Schau mit den beliebten Plastiksteinen überzeugt und wollte sie auch im Neanderthal Museum zeigen. „Lego spricht besonders Familien an. Und denen wollen wir etwas im Winter bieten, wenn es wenige Freizeitalternativen im Freien gibt und sie ins Museum strömen“, sagt Auffermann.

Gebaut werden die Modelle aber nicht in der Nähe, sondern im

500 Kilometer entfernten Niemegk im Brandenburgischen. Dort sitzt der Legobau-Profi René Hoffmeister. Er hat schon alle möglichen Modelle gebaut. Mit ihm hat Bärbel Auffermann besprochen, welche Modelle im Neanderthal Museum zu sehen sein sollen. „Inspiriert wurden wir beispielsweise aus Was-ist-was-Büchern“, sagt sie.

Die ersten Modelle hat sie auch schon gesehen — auf Bildern, die ihr Hoffmeister zugeschickt hat. Auf Flächen von zwei bis drei Quadratmetern stehen die mehr als 20 Lego-Bauten: beispielsweise das Forum Romanum, das trojanische Pferd oder die Hängenden Gärten, aber auch eine Raumstation, der Parthenon und die Pyramiden.

Und passend zum Leitthema des Museums — die Steinzeit — wird Hoffmeister mit Kindern in der zweiten Hälfte der Weihnachtsferien mit Legosteinen ein Mammut nachbauen.

Bis die Ausstellung zu sehen ist, gibt es im Oktober für Kinder aber schon jede Menge Aktionen im Museum. An mehreren Stationen zur Steinzeit können sie Steinzeitschmuck basteln, eine Steinzeitmühle und einen Steinzeitnussknacker testen oder Steinzeitkleidung anprobieren.

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