Neandertal abgeholzt — und nun?

Neandertal abgeholzt — und nun?

Nach dem Kahlschlag auf den Hängen des Tals entwickeln Naturschützer Pläne für die künftige Bepflanzung.

Kreis Mettmann. Wie geht es nach den umfangreichen Fällarbeiten im Neandertal weiter? Diese Frage hat jetzt im Mittelpunkt eines Treffens zwischen ehrenamtlichen und behördlichen Naturschützern gestanden. Landrat Thomas Hendele hatte nach den massiven Protesten der Naturschützer dazu eingeladen.

Nach dem Kahlschlag entlang der Straße zwischen Mettmann und Erkrath hat sich der Charakter des Tals unübersehbar verändert. Die freigelegten Hänge, an denen hunderte von Bäumen mit der Begründung, sie könnten umstürzen, gefällt wurden, bestehen jetzt aus nacktem Fels.

Einig waren sich die Naturschützer darin, dass auch mit Blick auf die Verkehrssicherheit künftig eher niedrige Bäume gepflanzt werden sollten. Flächen, die von der Sonne beschienen werden, sollen für wärmeliebende Pflanzen und Tiere erhalten werden.

Der Kreis möchte externen Rat einholen, um alle Möglichkeiten auszuloten. Dazu soll ein Biotop-Management-Plan in Auftrag geben werden. Doch zunächst sollen bis Mai Ideen für die Zukunft des Talraums entwickelt werden.

Beim nächsten Treffen der Naturschützer vor den Sommerferien soll diskutiert werden, welche Sofortmaßnahmen bis zur Umsetzung eines Biotop-Management-Plans sinnvoll sind.

Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass der Auftrag für einen Biotop-Plan im Herbst vergeben werden kann. Bis dahin will sie klären, welche privaten Flächen in diesen Plan mit einbezogen werden können. Auch die Naturschützer sollen zum Entwurf dieses Biotop-Plans gehört werden. tl

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