Monheims Bürgermeisterkandidaten: Lilo Friedrich - „Alle sind in der Pflicht“

Monheims Bürgermeisterkandidaten: Lilo Friedrich - „Alle sind in der Pflicht“

Bürgermeisterkandidatin Lilo Friedrich will mit der Wählergemeinschaft „Menschen für Monheim“ dem Parteibuchdenken den Kampf ansagen. Die 60-Jährige setzt auf Lebenserfahrung.

Monheim. Es sind noch zwei Wochen bis zur Kommunalwahl. Wer der sieben Bürgermeisterkandidaten macht das Rennen. Die WZ fühlt jedem von ihnen auf den Zahn. Zum Abschluss steht heute Lilo Friedrich Rede und Antwort.

WZ: Ganz ehrlich: Glauben Sie wirklich an Ihre Chance?

Lilo Friedrich: Ganz ehrlich: Ich kann es nicht einschätzen - wie sicher die meisten Kandidaten. Auf der einen Seite ist unsere Wählergruppe noch nicht so verhaftet bei den Bürgern. Andererseits kriegen wir aufrichtigen Zuspruch. Das wird spannend.

Man sagt, dass ein hauptamtlicher Bürgermeister eher wie ein Manager arbeiten muss. Und das sind Sie ja wohl wirklich nicht.

Friedrich: Das will ich auch gar nicht sein. Man sieht ja, wo diese Manager uns hingeführt haben. Zu einer Wirtschaftskrise, die wir alle noch ausleben müssen.

Das ist die Wirtschaftskrise. Aber Sie trauen sich zu, eine Stadtverwaltung mit rund 500 Mitarbeitern zu führen?

Friedrich: Ja natürlich. Man muss dafür nicht Jurist oder Verwaltungsfachmann sein. Wichtig sind gute Mitarbeiter und gute Zuarbeiter. Das Potenzial ist vorhanden. Außerdem kommen mir meine langjährigen politischen Tätigkeiten zugute. Ich war zwölf Jahre im Kreistag und unter anderem stellvertretende Landrätin. Vom Haushalt bis zur Ausschussarbeit kenne ich mich da bestens aus. Und sieben Jahre Bundestag haben auch Spuren hinterlassen.

Und Ihr Alter von 60 Jahren ist da kein Problem?

Friedrich: Dann müsste man ja 80 Prozent der Politiker in Berlin nach Hause schicken. Natürlich sollten immer auch die Jungen dran. Aber in dem Amt ist Lebenserfahrung enorm wichtig. Das Stadtoberhaupt hat viel mit Menschen zu tun. Und da muss sich was ändern.

Ist da Kritik an dem Stil Thomas Dünchheims zu hören?

Friedrich: Ja. Sein Stil gefällt mir nicht. Anfangs hat er die Bürgernähe gesucht. Jetzt sind es fast nur noch Alleingänge.

Stimmt es, dass Dünchheim auf der Unterschriftenliste für Ihre Kandidatur ist?

Friedrich: Dazu kann ich nichts sagen. Ich habe nicht alle 231 Unterschriften geprüft.

Nennen Sie in zwei Sätzen Ihre wichtigsten politischen Ziele.

Friedrich: Da ist natürlich der Abbau der Schulden. Außerdem muss die heimische Wirtschaft gepflegt, Neuansiedlungen vorangetrieben und ein Schwerpunkt auf den Mittelstand gelegt werden.

Werden Sie bei einer Niederlage in den Rat einziehen?

Friedrich: Auf jeden Fall. Ich stehe auf Listenplatz Nummer eins. aber vor allem will ich in Monheim mitgestalten.

Haben Sie in der bunten Parteienlandschaft einen Favoriten?

Friedrich: Ich bin grundsätzlich auf Kommunalebene gegen Koalitionen. Da muss es jeweils um die Sache gehen. Auch wenn es abgedroschen klingt: Es geht um kein Parteibuch, es geht um das Wohl der Stadt. Übrigens ist da der Bürgermeister auch nicht alles. Der Stadtrat muss erst einmal funktionieren. Und da sind alle Gruppierungen in der Pflicht.

Was machen Sie am Wahlabend?

Friedrich: Am liebsten würde ich kneifen. Aber das geht natürlich nicht. Also werde ich ins Rathaus kommen, egal wie das Ergebnis ist. Doch vorher gehe ich erst einmal mit meinem Mann essen.

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