Minigolf: Mit 55 Schlägen ins Ziel

Minigolf: Mit 55 Schlägen ins Ziel

Das Spiel mit dem Ball auf Bahnen ist für die einen ein richtiger Sport, für die anderen eine schöne Freizeitbeschäftigung.

Kreis Mettmann. Konzentriert richtet der kleine blonde Junge seinen Blick auf den kleinen Ball, der auf einer Markierung liegt. Seine Hände umfassen den kleinen Golfschläger, seine Beine stehen parallel. Die Schultern sind leicht hochgezogen. Jetzt schaut der Nachwuchsgolfer kurz die einige Meter lange Steinbahn entlang, blickt noch einmal auf den Ball, schwingt den Schläger zur Seite und schlägt. Der Blick des Stöpsels weicht keine Sekunde von dem Golfball, der in hohem Bogen über zwei Hindernisse hinweg fliegt und zielgenau in einer gelben Plastikmuschel landet.

Der Nachwuchs-Minigolfer heißt Merlin, und er ist heute gemeinsam mit seiner 14 Jahre alten Schwester Maren und Großmutter Marlis Hutwelker (68) auf der Minigolfanlage am Schloss Hardenberg in Velbert zu Gast. "Wenn die Kinder Ferien haben, machen wir öfter mal gemeinsam einen Ausflug hierher", sagt Marlis Hutwelker, die heute mit 76 Schlägen nach den 18 Bahnen den dritten Platz der Dreierwertung einnimmt. "Ich bin Erster geworden", sagt ihr achtjähriger Enkel nicht ohne Stolz. Er entschied den familieninternen Wettbewerb mit 55 Schlägen vor seiner Schwester (65 Schläge) für sich. Doch das Endergebnis ist keinem der drei wirklich wichtig.

Vielmehr stehen Spaß und die gemeinsame Aktivität bei schönem Wetter draußen im Vordergrund. "Außerdem können wir das Spiel altersunabhängig toll zusammen spielen und es kostet auch nicht viel", sagt Maren.

Ein paar Bahnen weiter versucht sich derweil ein Ehepaar mit Tochter und Hund an einer komplizierten rechtwinklig angelegten Bahn. "Ich spiele eigentlich richtig Golf und kann hier ein wenig das Putten üben", erläutert Jürgen Niebig (50) und grinst. Natürlich wäre es auch ihnen wichtig, bei Sonnenschein mal ins Freie zukommen und entspannt gemeinsam etwas zu unternehmen. "Es macht einfach Spaß, Minigolf zu spielen", sagt die neunjährige Hanna, während Hund Kiba geduldig neben der Bahn sitzt und den dritten Versuch von Hannas Mutter Sabine (42) beobachtet, den Ball endlich erfolgreich in Richtung Loch zu befördern.

"Es ist ein Geschicklichkeitsspiel für einen klaren Kopf und ruhige Arme und überdies noch ein Spaß für die ganze Familie", erklärt Heiko von der Schlippen (40), den das Minigolf-Fieber selber vor etwa einem Jahr gepackt hat und der heute seinem Freund und Besitzer der Minigolfanlage Uwe Binder bei der Gästebetreuung hilft. Der 52-jährige hat die Anlage 1995 von seinem Vater übernommen. Der hatte sie wiederum vor 42 Jahren erbaut. "Das Schöne ist, dass man bei dieser Sportart entspannen kann, und weder Alter noch Geschlecht eine Rolle spielen", sagt Binder.

Einige Meter weiter freut sich der kleine Merlin und blickt grinsend zu seiner Schwester Maren: "Ich hab nur einen Schlag gebraucht, du hast es noch nicht mal mit sechs Schlägen ins Loch geschafft." Schätzen ist eben gefragt bei der Bahn, die sich biegt: Es geht über die Bande. Denn nur so gelangt das Hartgummi ins Loch. Auch die flache, gerade Bahn birgt ihre Tücken: vorm Ziel im Weg liegt dieses verflixte Mauseloch. "Gar nicht so einfach, da durchzukommen.

Ein wenig Ehrgeiz ist also trotz des hohen Spaßfaktors bei der beliebten Miniatur-Sportart dabei.

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