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„Wir waren 200 Mitarbeiter, jetzt sind wir 700“

Mettmann : „Heute dreimal so viele Patienten“

30 Jahre lang war Bernd Huckels Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Mettmann, jetzt geht er in den Ruhestand.

Im Büro von Bernd Huckels wird allmählich eingepackt. Der Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses (EVK) Mettmann räumt seine Sachen zusammen, um sich in den Ruhestand zu verabschieden. Nun sprach er über die Herausforderungen und Freuden seiner Tätigkeit und über seine Zukunftspläne.

Herr Huckels, Sie waren 30 Jahre lang der Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhaus Mettmann. Was haben Sie eigentlich ­vorher gemacht?

Bernd Huckels: Ich war nach meinem Studium drei Jahre bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft als Referent für Krankenhausfinanzierung tätig und habe dann fünf Jahre eine Klinik im Kreis Heinsberg geleitet. 1990 kam ich nach Mettmann und habe in der Übergangszeit für ungefähr ein Jahr zwei Kliniken geleitet.

Vor 30 Jahren sah die ­Klinik in Mettmann nicht nur ­optisch anders aus. Was ­haben Sie hier angetroffen?

Huckels: Das Katholische Krankenhaus war geschlossen worden. Das war wenige Monate, bevor die GmbH gegründet wurde. Das Haus war in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Sie haben also gleich mit einer Herausforderung ­angefangen?

Huckels: Eigentlich mit zwei Herausforderungen. Die erste war, in den ersten Monaten eine wirtschaftliche Stabilität herzustellen. Die zweite war, qualifiziertes Personal ins Haus zu bekommen. Kurz darauf kam dann schon die nächste Herausforderung, denn die bauliche und medizinisch-technische Infrastruktur des Krankenhauses reichte bei weitem nicht aus.

Was hat sich seither getan?

Huckels: Wir haben heute dreimal so viele Patienten wie noch vor 30 Jahren. Wir haben mit 200 Mitarbeitern angefangen. Heute sind hier rund 700 tätig. In all den Jahren haben wir mehr als 60 Millionen Euro in Gebäude und Medizintechnik investiert. Als eine der wenigen Kliniken bundesweit arbeiten wir voll digital.

Gibt es etwas, auf das Sie ­besonders stolz sind?

Huckels: 2018 hat das Evangelische Krankenhaus Mettmann die Auszeichnung „Beste Klinik im Clinotel-Verbund“ erhalten. Der Verbund agiert deutschlandweit. Das ist schon etwas Besonderes. Außerdem hat auch die Corona-Pandemie gezeigt, wie gut die Kliniken in Deutschland ihre Arbeit tun. Auch das Evangelische Krankenhaus hat diese große Herausforderung glänzend gemeistert.

Sie können also zufrieden in den Ruhestand gehen?

Huckels: Meine Arbeit hat mir trotz aller Herausforderungen, die die Gesundheitspolitik immer wieder bietet, viel Freude gemacht. Ganz wichtig dabei war unser engagiertes und tolles Mitarbeiterteam, ohne das der Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Es macht zufrieden, wenn man nach 30 Jahren zurückblicken kann und sieht, dass sich der Einsatz gelohnt hat.

Wo leben Sie?

Huckels: Ich bin gebürtig im Kreis Mettmann. Wir wohnen seit 25 Jahren in Mettmann und werden auch hier bleiben.

Was werden Sie mit Ihrer neu gewonnen Freizeit anstellen?

Huckels: Das ist für mich eine neue Situation, aber ich bin froh, dass ich jetzt ein bisschen mehr Freiräume habe. Mehr Sport, andere Literatur als Fachliteratur lesen, Urlaub machen. Unsere Tochter lebt in der Schweiz. Da möchten wir die Gelegenheit nutzen, sie öfter zu besuchen. Und dem EVK werde ich als Projektberater weiterhin noch zur Verfügung stehen, damit die Erfahrungen nicht verlorengehen.