Widerstand gegen Google: CDU will die Privatsphäre der Mettmanner schützen

Widerstand gegen Google: CDU will die Privatsphäre der Mettmanner schützen

Christdemokraten fürchten Missbrauch der Aufnahmen für „Google Street View“.

Mettmann. Die Mettmanner CDU will die Privatsphäre der Bürger in der Kreisstadt schützen - und läuft Sturm gegen die Internet-Konzern Google. Genauer gegen das Projekt "Google street view", mit dem das Unternehmen plant, jeden Straßenzug in Deutschland zu fotografieren und für virtuelle Spaziergänge ins Internet zu stellen.

"Im aktuellen Fall spioniert ein Weltkonzern den Bürger auf offener Straße nach", geht die CDU in einer Pressemitteilung mit Google ins Gericht und kritisiert: "Die Möglichkeiten des Missbrauchs sind mannigfaltig." Auf den ersten Blick seien Bürger und Kommunen machtlos. Doch das sehen die Christdemokraten anders.

Die CDU zeichnet Szenarien auf, in denen sich Einbrecher am Computer einen genauen Überblick über Wohngebiete verschaffen und exakt feststellen können, über welche Wege sie am besten an die Objekte ihrer Begierde herankommen und auf welchen Wegen sie Häuser und Wohnungen wieder unbemerkt verlassen können.

Durch die Höhe der Kamera auf einem Autodach (2,50 Meter) müssten sich Hausbesitzer Blicke gefallen lassen, die sie nicht wünschten. Die Google-Kameras blickten über hohe Mauern und durch dichte Hecken hindurch in die Privatsphäre hinein, heißt es bei der CDU. Somit könnte ein Arbeitgeber sich bei Stellenbewerbungen über "Google street view" erst einmal ein Bild von den Kandidaten machen, wo und wie sie leben.

Peinlich könnte es aber auch für Menschen wären, befürchtet die CDU, die auf den Straßenaufnahmen zu erkennen sind, wo sie lieber nicht erkannt werden wollten. Beim Versuch, Gesichter unkenntlich zu machen hätte sich Google teilweise wenig Mühe gemacht, hat die CDU offenbar im Internet festgestellt.

Google selbst behauptet: "Wir nehmen den Schutz der Privatsphäre unserer Nutzer sehr ernst. ,Street View’ beinhaltet ausschließlich Bildmaterial von öffentlichen Straßen, welches sich nicht von solchen Bildern unterscheidet, die jeder beim Entlangfahren einer Straße sehen und aufnehmen könnte."

Es gebe durchaus Möglichkeiten, bestätigt Google, Bilder von Familienangehörigen, Autos und Häusern vollständig zu entfernen. Das Unternehmen selbst gibt Tipps, wie ein bedenkliches Bild gemeldet werden kann. "Wir werden die Anliegen dann prüfen", heißt es dazu aus dem Konzern.

In Ratingen hat der Rat einen Beschluss gefasst, wonach Google 20Euro pro Kilometer für die Verfilmung der Straßen in Rechnung gestellt werden sollen. Für die 309 Kilometer Stadtstraßen wären das 6180 Euro. "Ob dieser Beschluss Rechstkraft hat, weiß ich nicht", sagt Bastian Lampert, frisch gewählter Geschäftsführer des Mettmanner CDU-Stadtverbandes.

"Wir haben in dieser Angelegenheit mit Bürgermeister Günther gesprochen", sagt Lampert im WZ-Gespräch. Die Stadt werde zunächst mögliche rechtliche Schritte prüfen. Lampert: "Dann sehen wir weiter. Aber wir wollen schon mehr, als nur die Menschen sensibilisieren."