Vortrag in Mettmann: Mehr Personal an Kitas dank Kibiz-Reform

Mettmann : Kibiz-Reform beschert Kitas mehr Personal

Landtagsabgeordneter Jens Kamieth sprach über Hintergrund der Gesetzesänderung.

. Das neue Kinderbildungsgesetz war jetzt Thema einer Informations-Veranstaltung, die auf großes Interesse stieß: Der Einladung der CDU-Landtagsabgeordneten im Kreis Mettmann, Claudia Schlottmann, Martin Sträßer und Christian Untrieser, waren viele Leiterinnen von Kitas, Erzieherinnen und Tagesmütter in die Kulturvilla gefolgt. Der Referent und familienpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Jens Kamieth, freute sich, dass die Veranstaltung genau auf den Tag fiel, an dem der fertige Kabinettsentwurf vorlag: „Das ist ein denkwürdiger und historischer Tag. Wir rechnen damit, dass das neue Gesetz noch vor der Herbstpause verabschiedet wird.“

Mehr Verlässlichkeit und Flexibilität für die Eltern

Der Politiker betonte, dass das neue Gesetz Kindern einen optimalen Start ins Leben ermöglichen, den Erzieherinnen die Arbeit erleichtern und Eltern mehr Flexibilität und Verlässlichkeit bieten solle. Im Rahmen einer „auskömmlichen Finanzierung“ soll dafür gesorgt werden, dass jeder benötigte Platz finanziert werde, es eine Beitragsfreiheit und flexiblere Öffnungszeiten gebe.

„Nach dem Regierungsantritt im Mai 2017 wurde in einem Rettungsprogramm eine halbe Milliarde Euro als Soforthilfe bereitgestellt und im Kita-Jahr 2019/2020 noch einmal 450 Millionen Euro für die Träger“, erläuterte er. Für das Kita-Jahr 2020/21 würden zusätzlich 750 Millionen zur Verfügung gestellt. Wichtig sei die Qualitätsverbesserung, so Kamieth, dem bewusst ist, dass in NRW jede Menge Erzieher fehlen. „Wir wollen einen höheren Personaleinsatz gewährleisten und die Ausbildung attraktiver machen. So sollen die Erzieher-Ausbildung vereinfacht und zusätzliches Geld für die Ausbildung von Praktikanten zur Verfügung gestellt werden.“ Darüber hinaus werde es „multiprofessionelle Teams“ geben: Lücken durch fehlende Erzieher sollen durch qualifizierte Musikpädagogen, Logopäden oder Physiotherapeuten geschlossen werden.

Der Vorschlag von Kamieth, mit einer Image-Kampagne auch Männer für die Arbeit in Kitas zu begeistern, schien den Anwesenden zu gefallen. Ebenso begrüßte eine Erzieherin seinen Vorstoß, auch die Wirtschaft mit ins Boot zu holen. Weniger glaubhaft fand eine andere Zuhörerin die Ankündigung, den Personalschlüssel zu erhöhen: „Wir nähern uns derzeit der Verwahrungsgrenze.“ Trotz fehlenden Personals seien die Anforderungen weiter gestiegen. „Kein Wunder, dass das keiner mehr machen will.“

Kamieth erwähnte auch, dass für Tagesmütter eine bestimmte Anzahl von Fortbildungsstunden verpflichtend werden solle. Eine anwesende Tagesmutter betonte, dass sie sich hierzu eine einheitliche Regelung wünsche und die Finanzierung festgelegt werden müsse.

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