Mettmann Wo über den Köpfen künftig Blätter rauschen

Mettmann. · Das neue Platanendach an der Mühlenstraße kommt bei vielen Mettmannern gut an.

 Wo einst das sogenannte Waschbrett als Unterstand diente, befindet sich nun das Platanendach.

Wo einst das sogenannte Waschbrett als Unterstand diente, befindet sich nun das Platanendach.

Foto: Danina Esau

Nachdem das in die Jahre gekommene, marode Waschbrett im Juli abgerissen wurde, nimmt das neue Platanendach in den Mühlenstraße jeden Tag mehr Gestalt an. Bis zur Fertigstellung dauert es zwar noch eine Weile, trotzdem können sich viele Mettmanner jetzt schon vorstellen, wie sie im nächsten Sommer eisschleckend unter dem schattenspendenden Dickicht sitzen und die Wärme genießen. Bis dahin bleiben Vorfreude und Vorstellungskraft – und einige Verbesserungsvorschläge.

Ein ehemalige Bauarbeiter kann sich als Fachmann wenig für den derzeitigen Bodenbelag begeistern: „Für Kinder ist das nichts. Die schürfen sich die Knie auf, wenn sie hinfallen“, sagt der 60-Jährige, der einen glattgeschliffenen Steinboden besser gefunden hätte. „Wenn ich mir das Planungsbild anschaue, war das wohl auch der ursprüngliche Plan. Aber das wurde wahrscheinlich zu teuer.“ Vom Rest ist er begeistert. Das Platanendach würde nicht nur den Jubiläumsplatz optisch aufwerten, sondern auch einen zentralen Treffpunkt schaffen.

Viele Passanten können sich vorstellen, dass unterm Platanendach viele neue Kommunikationsmöglichkeiten entstehen werden. Vor allem für Ältere: „Ich kenne so viele Senioren, die einsam zuhause sitzen. So ein Ort könnte helfen, wieder unter Leute zu kommen.“ Sie hofft, dass viele Bänke hinzukommen, auf denen sich das Schließen von neuen Freundschaften noch einfacher gestaltet. Für sie hat die Mühlenstraße optisch jetzt schon großes Potential, dem Lavalplatz Konkurrenz zu machen: „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich hier entlang spaziere. Viel besser als vorher“, sagt die 83-jährige.

Das Platanendach verleiht dem Platz ein mediterranes Flair

Regine Drenker aus Wülfrath findet das Platanendach im Moment zwar noch nicht besonders ansprechend, kann sich aber vorstellen, wie toll es im Sommer aussehen wird. Sie wünscht sich, dass der Platz noch weiter bepflanzt wird und Spielmöglichkeiten für Kinder bietet.

Ein wenig neidisch auf das Dach ist Bielefelderin Jutta Degener. „So etwas haben wir in unserer Stadt gar nicht. Eine tolle Idee“, findet sie. Ihr gefalle die Natürlichkeit des Platzes, der sie an Griechenland oder Italien erinnere. „Hätte ich genügend Platz, würde ich meinen Garten auch so umgestalten“, sagt sie.

Edeltraut Krüger ist nicht nur begeistert vom Platanendach, sondern von der gesamten Stadtgestaltung. „Der Lavalplatz ist schon sehr schön geworden, jetzt auch die Mühlenstraße. Toll, dass sich gekümmert wird.“ Das Dach sei praktisch, vor allem angesichts der heißen Sommer. Bis es vollständig bewachsen ist und ausreichend Schatten spendet, wird es allerdings noch eine Weile brauchen, prognostiziert sie. „Die Bäume wurden ja erst vor kurzem gepflanzt. Nächstes Jahr werden sie die ersten Blätter tragen und in zwei Jahren wird das Dach dicht bewachsen sein und uns vor der Sonne schützen“

Aber es gibt auch Mettmanner, die von den Lobeshymnen nichts halten. Manche kritisieren, die Stadt konzentriere sich zu sehr auf die optische Gestaltung des Jubi. „Dauernd wird etwas beschlossen, dann wieder rückgängig gemacht. Ich finde, wir sollten uns erst einmal um intakte Sportstätten und Schulen kümmern, bevor wir Mettmann optisch aufwerten.“

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