VfB 03 Hilden kann in Monheim nicht punkten

Fußball : FC Monheim bestraft Hildens Fehler

VfB Hilden verliert das Derby beim Zweiten Monheim 0:3, Ratingen unterliegt daheim.

Es bleibt dabei: Monheim ist für die Fußballer des VfB 03 keine Reise wert. Erneut zog das Team von Marc Bach bei der Mannschaft seines Freundes Dennis Ruess den Kürzeren, kam nicht einmal ansatzweise in die Nähe des angestrebten Punktgewinns. Auf der anderen Seite waren die Hildener für das Monheimer Team nach drei Unentschieden und einer Niederlage der richtige Aufbaugegner, um im letzten Heimspiel noch einmal einen Sieg zu feiern und damit Rang zwei vor der Winterpause zu zementieren. „Saisonübergreifend haben wir jetzt mit heute 65 Punkte geholt – das ist ein Brett, wenn man bedenkt, wo wir herkommen“, stellte FCM-Trainer Ruess fest und ergänzte: „Leider findet das keinen Nachhall, weil es in dieser Saison noch eine Mannschaft gibt, die der Wahnsinn ist.“ Damit spielte der Coach auf den SV Straelen an, der mit 13 Punkten Vorsprung auf die Monheimer an der Oberliga-Spitze steht.

Rund 130 Zuschauer trotzten im Rheinstadion den ungemütlichen Witterungsbedingungen. Sie sahen eine intensive Begegnung, in der vor allem die Platzherren den Ton angaben, während die Hildener zu ihren wenigen Möglichkeiten vornehmlich über Standards kamen. Ein Foul von Stefan Schaumburg in Höhe der Mittellinie an Bora Gümüs zog die gelbe Karte für den VfB-Kapitän nach sich. Die Folgen des anschließenden Freistoßes von Tobias Lippold vors Hildener Gehäuse waren nachhaltiger, denn die Gäste-Abwehr bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone und so traf letztlich Tim Kosmala zur Monheimer 1:0-Führung (22.). Eine Minute später entschärfte FCM-Schlussmann Björn Nowicki einen strammen 25-Meter-Freistoß von Talha Demir per Faustabwehr und verhinderte damit den prompten Ausgleich (23.). Keine 60 Sekunden später setzte Julian Meier mit einem Lupfer den Ex-VfBer Philipp Hombach in Szene, doch dessen Schuss klärte Ogün Serdar soeben auf der Hildener Linie (24.). Für den Linksverteidiger war es das wichtigste Erfolgserlebnis in diesem Duell. Der persönliche Tiefpunkt folgte zu Beginn der zweiten Halbzeit, als der 20-jährige Linksverteidiger nach einer rüden und mit gelb geahndeten Attacke von Dennis Ordelheide mit einer Knieverletzung vom Feld musste (49.).

Nach einer guten halben Stunde leitete Fabian zur Linden mit einem gefühlvollen Heber auf Fabio di Gaetano die beste Chance des VfB 03 ein, doch Nowicki parierte den schwachen Schuss des Mittelfeldakteurs. Kurz nach dem Wiederanpfiff kam VfB-Keeper Marvin Oberhoff nach einer Hereingabe von Ordelheide vor Hombach an den Ball – vergeblich hoffte FCM-Coach Ruess auf einen Elfmeterpfiff (47.). Auf der anderen Seite entschärfte Torhüter Nowicki einen Schuss von Fabio di Gaetano (54.). Nach einem Ballverlust des Hildener Mittelfeldmannes gab Meier den Ball zu Gümus, der auf 2:0 (66.) erhöhte. Spätestens jetzt waren die Monheimer auf der Siegerstraße. Kurz vor dem Abpfiff machte Robert Norf alles klar, als er im zweiten Versuch Oberhoff versetzte und den Ball zum 3:0 einschob. Da hatte es VfB-Trainer Marc Bach endgültig die Laune verhagelt.

04/19 Ratingen verliert
daheim gegen Baumberg

Die Stimmung im VIP-Raum des Ratinger Stadions spiegelt das Ergebnis: Salah El Halimi scherzt erst mit einigen Heimfans, mit denen er schon während des Spiels der Fußball-Oberliga gefrotzelt hatte, dann gibt der Trainer der Sportfreunde Baumberg (SFB) aufgeräumt Auskunft über seine Sicht auf den 2:0 (2:0)-Sieg bei Ratingen 04/19. „Wir hatten eine überragende Einheit auf dem Platz, die alles dafür getan hat, diesen Sieg nach Hause zu bringen. Das nimmt erst einmal Dampf vom Kessel vor der Winterpause“, sagt El Halimi, dessen Team vor der Partie als Tabellen-14. direkt vor den Abstiegsplätzen gestanden hatte und nun an den Ratingern vorbei auf Rang elf gesprungen ist. Als dann sein Gegenüber Frank Zilles seine Analyse abgibt, wird es mucksmäuschenstill im VIP-Raum, denn der 04/19-Trainer wird von Satz zu Satz energischer. „Es ist ein bisschen ärgerlich“, beginnt er und ergänzt mit Blick auf den Schuss von Tobias Peitz nach nur 34 Sekunden, den SFB-Torhüter Daniel Schwabke mit Mühe parierte: „Wir haben in der ersten Minute eine gute Torchance und kurz darauf durch Erkan Ari eine weitere. Aber er wartet dann auf den Abwehrspieler und schießt ihn dann an, er vertändelt die Chance. Und dieses Abwarten hat uns dann das ganze Spiel über begleitet.“ Zilles wird lauter: „Und wir kriegen zu einfache Gegentore. Das geht nicht. Weil wir nicht entschlossen genug klären, schießen wir den Ball aus Panik ins eigene Tor!“ Gemeint ist Gianluca Silberbach, der nach rund zehn Minuten unter Mithilfe seines Mitspielers Andrej Karlicsek die SFB-Führung nach Flanke von Ali Daour ermöglicht. Auch danach wirkte die 04/19-Defensive bei eigentlich jedem hohen Ball verunsichert – kein Zufall, dass so auch das 0:2 entstand. Erst spielte Louis Klotz mit Karlicsek und Silberbach Katz und Maus, sein Pass in den Rückraum war eigentlich zu ungenau, aber Alon Abelski kam in rund 25 Metern Torentfernung an den Ball und löffelte ihn wieder in den Strafraum, wo der durchgelaufene Roberto Guirino per Flugkopfball den zweiten Treffer für die SFB machte. So frei, wie der Baumberger da im Sechzehner war, so unbehelligt waren er und seine Kollegen es zumeist auf dem gesamten Feld.

Das eröffnete den nächsten Teil von Zilles’ klarer Kritik: „Ich hatte das Gefühl, wir wollten die Baumberger kopieren. Das können wir aber nicht, wir können nicht so spielen wie sie. Wir müssen über Einsatz und Zweikämpfe kommen.“ Das aber fehlte 04/19 gegen spielstarke Gäste, die trotz des tiefen und holprigen Rasens flüssig kombinierten und den Hausherren technisch klar überlegen waren. Zudem hatten die SFB in Patrick Jöcks einen guten Abwehrchef.