VfB 03 Hilden kämpft hart um den Oberliga-Verbleib

Fußball : VfB Hilden muss sich sehr anstrengen

Neuer Trainer, neu formierte Mannschaft, altes Leid: Für die Fußballer des VfB gibt es viel zu tun.

Als der VfB 03 zwei Wochen vor Weihnachten auf dem Kunstrasen an der Hoffeldstraße den 1.FC  Kleve mit 2:0 besiegte, war die Freude riesengroß. Denn damit gelang die Revanche für die 0:3-Hinspielnniederlage. Weil die Hildener Fußballer zugleich auf den elften Tabellenplatz kletterten, stieg die Hoffnung auf eine gute Oberliga-Rückrunde. Eine Woche später war der gute Eindruck aber schon wieder Makulatur. Das lag nicht nur an der 1:3-Niederlage bei der SSVg Velbert, sondern vor allem an der Vorstellung, mit der sich die Mannschaft von Marc Bach in die Winterpause verabschiedete. Zunächst rannte der VfB 03 einem 0:1-Rückstand hinterher, schaffte dann durch Pascal Weber den Ausgleich. Wenig später folgte jedoch der unrühmliche Höhepunkt der Partie, als sich Talha Demir wegen einer Tätlichkeit die rote Karte einhandelte.

„Ich bin mir sicher: Ohne den Platzverweis hätten wir zumindest ein Remis geschafft“, stellt Marc Bach fest. Pascal Weber bestätigt das Gefühl des Trainers. „Vor dem Rot lief es für uns gerade besser, danach war es aber komplett vorbei – da haben die Velberter uns dominiert und am Ende auch verdient gewonnen“, sagt der Schütze des einzigen Hildener Treffers an diesem Tag. Bach richtet den Blick derweil schon nach vorne. „Talha hat noch Glück. Er ist für vier Spiele, längstens vier Wochen gesperrt“, berichtet der Coach. Damit muss der Mittelfeldakteur am 13. Januar im Testspiel gegen den TSV Ronsdorf noch zuschauen, kann in den nächsten Begegnungen aber schon wieder auflaufen. Zumindest ein Lichtblick.

Baustellen gibt es nämlich noch einige. Trotz des Aufwärtstrends in den letzten Wochen vor der Winterpause. Im Blick zurück lässt sich der bisherige Verlauf der Saison in drei Phasen einteilen. Der Start in die Meisterschaft verdient zweifellos die Bezeichnung katastrophal. In den ersten vier Oberliga-Partien holten die Hildener gerade einmal einen Punkt, nach neun Begegnungen standen acht von 27 möglichen Zählern zu Buche. „Wir mussten uns erst einmal finden mit einer neuen Truppe und einem neuen Trainerteam“, konstatiert Weber. Nicht nur die Abgänge von Fabian Andree, Dominik Donath und Manuel Schulz galt es zu verkraften. Spieler wie Weber selbst, Patrick Percoco oder auch Fabian zur Linden sind beruflich wesentlich stärker eingespannt als früher.

Vor der Roten Karte lief es für
die Hildener recht passabel

Das gilt auch für Stefan Schaumburg, der zudem als junger Vater gefordert ist. „Dazu mussten sich die jungen Leute erst einmal einbringen. In dem Alter unterliegt man noch Formschwankungen – das ist ganz normal“, erläutert Calli Weber. Marc Bach war trotz des personellen Umbruchs von der Mannschaft überzeugt – und gesteht: „Der Start in Kleve war schon bitter.“ Eine Niederlage, erst recht nicht in der Höhe, hatten die Hildener nicht eingeplant. Das Unentschieden gegen die SSVg Velbert war nur ein Strohfeuer. Die anschließenden Misserfolge gegen Meerbusch und Monheim machten deutlich, dass die Trauben richtig hoch hängen. Besserung war erst nach dem zehnten Spieltag und dem Unentschieden beim SC Velbert zu erkennen. Es folgte eine Phase der kleinen Schritte. Nach dem Sieg über Nettetal fuhr der VfB 03 drei Unentschieden ein und krönte den positiven Trend mit dem 3:2-Sieg gegen Ratingen 04/19. Nur eine Woche nach dem Derby gab’s jedoch den nächsten Rückschlag: Ein indiskutabler Auftritt führte zur 0:2-Niederlage beim SC West. Eine Partie, in der mit Florian Grün auch die Ruhe und Übersicht im Spielaufbau fehlte.

Inzwischen steht fest, dass der 28-Jährige wegen eines Knorpelschadens im Sprunggelenk die Karriere beendet und nicht mehr zur Verfügung steht. „Da bricht uns wirklich etwas weg“, erklärt Pascal Weber und ergänzt: „Flo hat schön ruhig die Bälle verteilt und die Luft rausgenommen, wenn es sein musste. Mit seiner Art hat er die Mannschaft auf dem Platz geführt.“ Jetzt müssen also andere in die Bresche springen. Wie Fabio di Gaetano, der nach  Knieoperation aber erst wieder in Form kommen muss. Das gilt auch für die lange verletzten Marcel Elsner und Erwin Mombasa. „Wir haben einen breiten Kader, der immer noch 25 Leute umfasst und das auffangen kann“, betont Marc Bach und unterstreicht: „Mit diesem Kader werden wir die Klasse halten.“ Einen Moment später fügt der Coach hinzu: „Es darf natürlich nichts passieren.“

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