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Verkehrs in Mettmann: Rheinbahn verschont die Johannes-Flintrop-Straße

Verkehrs in Mettmann :  Johannes-Flintrop-Straße wird gemieden

Zunächst sechs Monate lang nehmen Dienst- und Leerfahrten der Linien 738 und 742 einen anderen Weg hoch zum Depot.

. (dne) Mitten in Mettmann läuft bis Mitte Juli ein Verkehrsversuch, von dem offenbar weder die Stadtverwaltung noch die Ratspolitiker etwas wissen. Leer- und Dienstfahrten von Rheinbahnbussen ab den Busfahrsteigen 1 und 4 am Jubiläumsplatz meiden seither die Johannes-Flintrop-Straße, wie eine Rheinbahnsprecherin bestätigte. Auf ihrem Weg zum Betriebshof der Rheinbahn kreuzen die dicken Dieselfahrzeuge stattdessen den Jubiläumsplatz und nutzen die Seibelquerspange zur Anfahrt. Dies gelte jedoch nur für Fahrten ohne Fahrgäste, so die Rheinbahn. Alle normalen Buslinien laut Fahrplan blieben auf ihren angestammten Routen – die Johannes-Flintrop-Straße inklusive.

Der Fraktionsvorsitzende der AfD, Günter Pollmann, hatte die Frage am späten Donnerstagabend, kurz vor Ende der Ratssitzung aufgebracht. Spontan wusste niemand aus der Mettmanner Verwaltungsspitze eine Antwort. Die Runde ging nach knapp fünfstündiger Debatte in der Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums ohne Erklärung auseinander. Die kommt stattdessen von der Rheinbahn, deren Sprecherin am Freitag bestätigte, dass die Änderungen für Leer- und Dienstfahrten in Absprache mit der Kreisverwaltung sechs Monate lang ausprobiert werden sollen. Die neuen Fahrwege werden demnach auf Anregung von lärmgeplagten und Feinstaub-geplagten Bürgern ausprobiert, um die Johannes-Flintrop-Straße zu entlasten. Am Ende der halbjährigen Probezeit wolle man eine Bilanz des Versuchs ziehen und danach entscheiden, wie der Busverkehr weiterhin durch die Mitte Mettmanns rollen soll. Betroffen seien davon die Fahrzeuge der Buslinien 738 und 742, die jeweils am Jubiläumsplatz ihre Endhaltestelle haben und von dort aus ins Depot gefahren werden, so die Rheinbahnsprecherin. Bedenken müsse man, dass die Johannes-Flintrop-Straße samt Anliegern zurzeit noch stärker belastet sei als üblich. Denn weil im Neandertal auch nach einem halben Jahr noch die Trasse der Regiobahn wegen Hochwasserschäden nur auf einem Schienenstrang befahren werden kann, habe die Rheinbahn den Takt der Buslinie 743 auf einen Abstand von jetzt nur noch 20 Minuten zu den Hauptverkehrszeiten verstärkt. Zudem klagen Anwohner offenbar über die Tempobegrenzung auf der Johannes-Flintrop-Straße. Die gilt als Fahrradstraße mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 20 Stundenkilometern. Dies sorgt für ein angestrengtes Motoren-Brummen, vor allem in älteren Rheinbahnbussen.