Verkauf von Haltestellen-Schildern in Mettmann

Am Rheinbahndepot in Mettmann : Rheinbahn bietet Haltestellen-Schilder an

Übriggebliebene Schilder aus Wülfrath, Heiligenhaus und Velbert werden verkauft.

Seit einiger Zeit veräußert die Rheinbahn ihre ausrangierten Haltstellenschilder. In Ratingen, Hilden, Erkrath oder Langenfeld hat es bereits separate Verkaufsaktionen geben. Übriggebliebene Schilder plus die aus Wülfrath, Heiligenhaus und Velbert wurden jetzt auf dem Mettmanner Betriebshof erneut angeboten.

Mike Roßdeutscher strahlt. „Das ist ja unfassbar, einfach irre“, schwärmt der Velberter mit Blick auf die unzähligen weiß-gelb-grünen Haltstellenschilder, die im Betriebshof der Rheinbahn zum Verkauf angeboten werden.

„Ich hab hier gerade die Haltestelle „Peibst“ entdeckt, benannt nach einer Gaststätte bei uns in Tönisheide“, erzählt Mike Roßdeutscher aufgeregt und grinst spitzbübisch, „die habe ich natürlich sofort für mich gesichert, bezahlt und ab ins Auto gepackt, jetzt ist sie meins, großartig. Ich hätte zwar gerne auch noch „Tönisheide Mitte“ gehabt, die war aber schon weg, leider, leider.“ Da hätte es der Velberter wohl wie eine Dame aus Wülfrath machen sollen. „Die Frau, hat uns schon vor Tagen, als sie von dem Verkauf erfuhr, angerufen“, erzählt Oliver Schmidt von der Unternehmenskommunikation der Rheinbahn, „und sie bat darum, ein spezielles Haltestellenschild für sie zu reservieren. Dort an der Haltestelle gab es wohl von je her nur ein einziges Haus, in dem diese Dame wohnt und deshalb wurde sie nach dem Nachnamen der Hausbesitzer benannt.“

Rund 40 Schilder werden an diesem Vormittag verkauft, jeder der herkommt, sucht gezielt oder wird von einem Schildernamen überrascht. „Ich hab hier noch eins mit „Schellenberg“ entdeckt, das schenk ich meinem Kumpel der so mit Nachnamen heißt“, freut sich Mike Roßdeutscher. Sein Sohn Marc Alberding entdeckt plötzlich „Dieselstraße“: „Klasse, nehmen wir auch“, sind sich beide schnell einig, eine schöne Erinnerung an die aktuelle Fahrverbotsdebatte. Aber wohin mit all den riesigen und schweren Schildern? „Die kommen in den Vorgarten“, entscheidet Vater Mike und der 27jährige Sohn kann dem nur nickend zustimmend, schließlich ist der junge Jurist von Kindheitstagen an ein riesiger Busfan. „Ich kann mich gut erinnern, wie mich die riesigen Fahrzeuge früher fasziniert haben.“

Oliver Schmidt freut sich offensichtlich über den Enthusiasmus der Kunden, diese Schilder, sie man gewöhnlich im Alltag bewusst gar nicht richtig wahrnimmt, wecken größte Emotionen. Die Haltestellen der Stadt Mettmann sind allerdings noch nicht darunter.

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