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Judo: Vereinssport setzt auf Digitalisierung

Judo : Vereinssport setzt auf Digitalisierung

Die Zeiten des Schattendaseins sind für den Judo-Club Hilden vorbei. Der Verein gestaltet sein Angebot vielfältiger und profitiert von größerer Präsenz im Internet.

Bewegungsfördernde Angebote in Kooperation mit zwei Grundschulen und einer Kita, eine Fitnessgruppe erweitert das sportliche Angebot, ab Anfang nächsten Jahres gesellen sich die Sportart Jiu Jitsu und eine Selbstverteidigungsgruppe für Mädchen und Frauen zum Vereinsangebot – und einen Preis vom Land NRW gibt es auch noch. Es läuft beim Judo-Club Hilden. Was war passiert?

Im Rahmen einer Fortbildung zum Projektmanager suchte der Hildener Stefan Drah nach einem Thema für seine Projektarbeit. Da seine Kinder Mitglieder im Judo-Club waren und auch er selbst gerade dort zu trainieren begann, fiel sein Blick auf die alte Webseite des Vereins. „Der Administrator wollte aufhören“, berichtet Drah. Da kam ihm die Idee: Unter dem Projektnamen „Digitale Präsenz und Realisierung einer virtuellen Community in Social Media Portalen“ erschuf Drah „ein kleines Universum“, wie er es nennt. Es besteht aus einer neuen Webseite sowie vereinseigenen Kanälen auf Facebook, Twitter und Youtube. Darüber hinaus gibt es eine „Newsgroup“ für Mitglieder, die sich hier zusätzlich in ihren Altersklassen über das Internet austauschen können.

„Das sorgte für eine tolle Außendarstellung des Vereins“, der dadurch extrem im Wachstum sei. Nicht nur bei den Mitgliedern. „Im letzten Jahr konnten wir drei neue Trainer dazugewinnen“, stellte Drah erfreut fest. Insgesamt fünf kümmern sich nun um die Ausbildung der Judoka. Mittlerweile sind rund 130 Mitglieder im Alter von drei bis 84 Jahren im JC Hilden aktiv – und „auch das älteste Mitglied macht noch seine Rollen und Würfe“. Den Kern des Vereins machen die Sechs- bis Zwölfjährigen aus.

In der Projektphase war sein Engagement für den Club „kein Hobby, aber es hat sich gelohnt: „Den Projektmanager habe ich dadurch mit Bravour bestanden“, berichtet der Online-Marketing-Manager. Jetzt wird das erfolgreiche Projekt sogar mit dem Engagementpreis NRW 2019 prämiert, den die Landesregierung NRW und die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege unter dem Motto „Engagement und Digitalisierung – neue Potenziale nutzen“ auslobt. Es geht um Projekte, die in besonderem Maße durch bürgerschaftliches Engagement getragen werden und die in ihrem Alltag oder bei der Gestaltung von Veränderungsprozessen erfolgreich digitale Werkzeuge einsetzen. So ist es jedenfalls auf der Webseite des Engagementpreises www.engagiert-in-nrw.de zu lesen.

Drahs Projekt wird 2019 als eines von zwölf auf der oben genannten Internetseite als „Engagement des Monats“ vorgestellt und es hat weiter die Chance auf den NRW-Hauptpreis mit einem Preisgeld von 2000 Euro. „Digitalisierung beflügelt die Vereinswelt“, bestätigt Drah jetzt aus eigener Erfahrung. Zu mehr Aufmerksamkeit von außen komme ein verstärktes Bindungsgefühl: „Die Mitglieder freuen sich, in den Sozialen Netzwerken zu sehen zu sein.“

Interessierte können sich auf der Website des Vereins über das umfangreiche sportliche Angebot informieren.