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Unbekannter schießt mit Luftgewehr um sich

Mettmann : Unbekannter schießt abends auf Mettmanner

Anwohner sind in Sorge: Sie haben Löcher in ihren Jalousien entdeckt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

In der Siedlung am Stadtwald geht die Angst um. Wie eine Anwohnerin über Facebook berichtet, schieße ein Unbekannter seit mehreren Tagen auf Häuser in der Umgebung, „immer so um die Uhrzeit zwischen 11 und 0.30 Uhr“, berichtet sie. Sie habe den Eindruck, dass die Fenster der jeweiligen Kinderzimmer gezielt ins Visier genommen werden. Die Sorge ist groß, denn diese stehen wegen der großen Hitze zurzeit häufig auch offen. „Und wenn sich vor den Häusern deren Bewohner oder Besucher aufhalten, wird auch auf diese Leute geschossen“, so die Beobachtung der Anwohnerin. Das ist ein Post, der in den Sozialen Medien sehr viel Aufmerksamkeit erregt: „Ich frage mich ernsthaft, was ist los in dieser Stadt?“, fragt ein Bürger.

Kreispolizei sicherte
ein Diabolo-Projektil

Darauf angesprochen bestätigt die Kreispolizei Mettmann den genannten Fall. Sie habe ein Diabolo-Projektil sicher gestellt. Diese Art von Munition sind typisch für Luftgewehre. „Es wurden bisher zwei Fälle vom Hugenhauser Weg in Mettmann angezeigt“, berichtet der Sprecher der Kreispolizei, Ulrich Löhe. Das Geschoss eines mit Druckluft betriebenen Luftgewehrs sei je nach Entfernung „nicht ungefährlich“, heißt es von der Kreispolizei Mettmann. Auf nahe Distanz könne ein Geschoss auch in die Haut eindringen und blutige Verletzungen hervor rufen, auf weitere Distanz sind auch Hämatome möglich.

Die Polizei habe nun die Ermittlungen aufgenommen. Eine abendliche Durchsuchung aller Wohnungen in einem nahen Hochhaus, wie von einigen Anwohnern erwartet, habe „mangels konkreter Verdachtsmomente und rechtlicher Voraussetzungen“ nicht erfolgen können. Diese beurteile die Kreispolizei als weder zielführend, noch verhältnismäßig. Da die Schussrichtungen bisher noch nicht genauer verifiziert werden konnten, laufen die Ermittelungen daher zurzeit gegen unbekannt. „Es gibt bisher keine konkreten Erkenntnisse zu Identität, Herkunft, Aufenthalt und Motivation des oder der Schützen“, heißt es diesbezüglich weiter.

Polizeisprecher Ulrich Löhe rät den Anwohnern, „jede verdächtige Person oder Verdacht erregende Beobachtungen unverzüglich der Polizei zu melden.“ Gute Personen- und gegebenenfalls auch Fahrzeugbeschreibungen könnten für die Polizei bei der Klärung der Taten ebenfalls sehr hilflreich sein. Anwohner sollten sich möglichst die Kennzeichen verdächtiger Fahrzeuge merken, die sich zur Tatzeit vor Ort befinden.