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Telefon-Chaos bei Vergabe von Impfterminen in Mettmann, Erkrath und Wülfrath

Holpriger Start : Nicht alle Senioren erhalten sofort ihren Impf-Termin

Mit technischen Problemen und einer enormen Nachfrage ist die telefonische Terminvergabe für Corona-Schutzimpfungen angelaufen.

(von, dne, hup) Bei der Caritas in Mettmann stand am Montag das Telefon nicht still. Zahlreiche Senioren beschwerten sich, dass sie bei der Telefonhotline der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) nicht durchgekommen seien. Außer tröstenden Worten gab es lediglich den Rat, es in den nächsten Tagen erneut zu versuchen.

Sabine Konrad vom AWO-Treff Mettmann musste am Montag mehrere Senioren trösten, die ab acht Uhr morgens versuchten, einen Termin zu bekommen und bei der Telefonhotline der KV nicht durchgekommen waren. „Das macht unsere Senioren sehr kribbelig, auch wenn der Impfstart erst am 8. Februar ist.“ Für zusätzliche Verunsicherung sorge die Ansage, dass zum Auftakt nur nachmittags Termine möglich sind. Das widerspreche der Lebenswelt von Über-80-Jährigen: „Die Senioren sind in der Regel vormittags unterwegs.“ Ab mittags beginne bei manchen der Vorabend.

Hilfe bietet beispielsweise Annette Droste an. Sie leitet das Johanneshaus an der Düsseldorfer Straße in Mettmann. „Natürlich helfe ich den Senioren, die alleine im Callcenter für ein Terminvereinbarung nicht weiter kommen“, sagt sie. Manche der deutlich über 80-Jährigen sind nicht vertraut damit, dieses Prozedere alleine zu bewältigen. „Gerade wenn es darum geht, per Tastendruck zu einem gewünschten Gesprächspartner zu kommen, wird es für manche schwierig.“ Etwa ein Viertel aus der Gruppe von etwa 25 Frauen, die alle deutlich älter als 80 Jahre sind, hat keine direkte Verwandtschaft, die jetzt bei der Impfvergabe hilfreich zur Seite steht. „Da springe ich gern ein“, zur Not würde Annette Droste mit medizinischer Maske und Laptop unterm Arm „einen Hausbesuch machen, um online einen Termin zu vereinbaren“. Bereits im Vorfeld hätten ihr viele Senioren gesagt, nicht gleich am ersten Tag im Callcenter anrufen zu wollen. „Viele rechneten ohnehin damit, dann nicht durchzukommen.“

Nicht nur die Website, auch
die Hotline war nicht erreichbar

So wie Dieter Hofmann. Der 83-Jährige scheiterte bereits beim Versuch, die Hotline überhaupt zu erreichen. Ziemlich entnervt bat er deshalb Tochter Bärbel um Hilfe, die online ihr Glück versuchte. „Mal war die Web-Seite nicht erreichbar, mal waren angeblich alle Termine bereits vergeben und ich sollte es zu einem späteren Zeitpunkt wieder versuchen“, berichtet sie über einen Versuch, den sie morgens um 8.33 Uhr unternahm. Bei einem weiteren Versuch wurde auf der Impf-Homepage ein zehnstelliger Code verlangt, der per SMS angefordert werden musste. „Was ich erhielt, war ein sechsstelliger Code, der natürlich nicht passte“, beschreibt Bärbel Hofmann die nächste Panne. „Das ist einfach bloß peinlich“, fasst sie das Chaos zusammen. Seit Jahren würden Frauen ab einer bestimmten Altersgruppe zum Mammographie-Screening eingeladen, was reibungslos funktioniert, „diese Einladung hätte doch die Blaupause für diese Impfeinladung sein können“.

Eine Pleite erlebten auch Anneliese und Wulf Crueger aus Erkrath. „Bei der Online-Anmeldung zur Corona-Impfung sind wir nach mehrfachen Versuchen gescheitert, da in der Anmeldung die Maske zur Versicherungsnummer von Privatpatienten fehlt. Von der freundlichen Mitarbeiterin bei 116117 erhielten wir die Auskunft, dass der Software-Fehler beim externen Anbieter behoben werden muss. Wegen der hoffnungslosen Überlastung der Telefonleitungen haben wir keine Chance auf einen zeitnahen Impftermin.“ Wie die KV mitteilt, war „die Eingabe der Versichertennummer kein Pflichtfeld. Um aber weitere diesbezügliche Missverständnisse auszuschließen, wurde das Feld im Buchungsportal mittlerweile entfernt.“ Wer in Erkrath Unterstützung bei der Anmeldung braucht, kann sich unter anderem bei Mitgliedern des Seniorenrats (www.seniorenrat-erkrath.de) oder bei der Nachbarschaftshilfe unter Telefon 02104/9571882 melden.