Sternfahrt führt in die Kreisstadt

Sternfahrt führt in die Kreisstadt

Der Königshofplatz war Samstagmittag das Ziel von fast 300 Radfahrern aus allen Städten des Kreises. Die Aktion Stadtradeln läuft noch bis zum 8. Juni.

Mettmann. Die 18 Heiligenhauser Stadtradler treffen zuerst ein. Mit 13 Kilometern habe man eine der kürzesten Strecken zurückgelegt, sagte der ehrenamtliche Fahrradbeauftragte aus Heiligenhaus, Andreas Piorek. „Wir mussten schon bremsen, damit wir nicht noch früher ankommen“, erzählt er gut gelaunt. Eine Sternfahrt war am Samstag der Auftakt zum diesjährigen Stadtradeln, einer dreiwöchigen Klimaschutzkampagne, bei der möglichst viele Teams aus einer Stadt so viele Kilometer wie möglich „erradeln“ und dabei auch miteinander konkurrieren.

Hunderte von Radfahrern beteiligen sich auch im Kreis Mettmann an der Aktion. So wie Andreas Piorek. Er fahre immer Fahrrad, auch zur Arbeit, erzählt er. „Das geht schneller als mit dem Auto“, ist er sicher. In Heiligenhaus habe man in den vergangenen Jahren auch erfolgreich an einer fahrradfreundlichen Verkehrsstruktur gearbeitet: „Im innerstädtischen Bereich gibt es auf der Hauptstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung und einen Angebotsstreifen für Radfahrer.“

Auch die Mitarbeiter der Verwaltung, die mitgefahren sind, sind begeisterte Radfahrer. Tiefbauamtsleiter Michael Krahl sieht die Aktion als Anlass, das eigene Umweltverhalten zu überdenken: „Jeder sollte überlegen, ob er wirklich jede Strecke mit dem Auto fahren muss“, sagt er. Fahrradfahren habe aber noch einen weiteren Vorteil: „Je mehr Mitarbeiter als Pendler, zum Beispiel über den Panoramaradweg, zur Arbeit kommen, desto weniger Parkplätze brauchen wir“, erläutert er.

Michael Krahl, Stadtradler aus Heiligenhaus

Anne van Boxel möchte als Wirtschaftsförderin auch Unternehmen vom umweltfreundlichen Verkehrsmittel überzeugen. Die Firma WSS macht es vor: „Wir haben 35 E-Bikes, die sich die Mitarbeiter ausleihen können“, berichtet der Betriebsratsvorsitzende Volker Ebel. Außerdem habe Fahrradfahren auch einen gesundheitlichen Aspekt und sei nervenschonend. „Man kann jeden Stau einfach umfahren.“

Inzwischen sind auch die rund 40 Mettmanner Sternfahrer eingetroffen, nach einer 35 Kilometer langen, vom Radsportverein RV Edelweiß organisierten Rundfahrt. Bürgermeister Thomas Dinkelmann ist mitgefahren und begeistert: „Wir haben rund um Mettmann landschaftlich sehr schöne Strecken, einfach großartig.“ Auch für Neubürger sei Fahrradfahren eine gute Möglichkeit, die Gegend zu erkunden, sagt er, als er die Radfahrer begrüßt. Mettmann nimmt zum ersten Mal am Stadtradeln teil. Als Stadt wolle man ein Signal für den Klimaschutz setzen, der ihm als ehemaliger Mitarbeiter des Umweltamtes am Herzen liegt, so Dinkelmann. Auch den Ausbau der Radwege in Mettmann will er voranbringen, betont er.

Es ist beeindruckend, mit welcher Begeisterung die Teilnehmer der Sternfahrt bei der Sache sind: Auch die Bürgermeister aus Erkrath, Haan, und Hilden haben eine Gruppe von über 150 Teilnehmern aus dem Südkreis begleitet. Die Ersten davon sind in Monheim gestartet, dann kamen immer mehr dazu. „Die Sternfahrt ist wirklich ein besonderes Erlebnis“, meint die Haaner Bürgermeisterin Bettina Warnecke.

Ihre Kollegin aus Hilden, Birgit Alkenings, ist eine überzeugte Fahrradfahrerin: „Ich fahre nicht nur zur Arbeit, sondern auch zu Terminen mit dem Fahrrad“, erzählt sie. Auch Martin Barnat, Technischer Dezernent aus Wülfrath — ebenfalls zum ersten Mal dabei — ist sportlich: „Ich fahre jeden Tag von Wuppertal nach Wülfrath, den Anzug habe ich im Rucksack“, erzählt er. „Das hat auch den Vorteil, dass ich selten krank werde.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung