Stephanie Franz ist neue Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Mettmann

Bewegtes Leben : Evangelische Gemeinde begrüßt Pfarrerin

Stephanie Franz arbeitete lange in Tansania. Jetzt will sie in Mettmann sesshaft werden.

Bisher war ihr berufliches Leben sehr bewegt. Nicht nur in Deutschland ist Stephanie Franz herumgekommen, auch auf dem Schwarzen Kontinent war sie für den „Verein der evangelischen Mission“ tätig. In Tansania unterstützte sie eine deutschsprachige Gemeinde und war dort als Referentin für Frauen und Kinder aktiv. „Es war eine gute Zeit, an den unterschiedlichen Orten zu arbeiten“, erzählt die 47-Jährige.

Doch nun möchte Stephanie Franz ein wenig Ruhe in ihr Leben bringen. So bewarb sie sich auf die Pfarrstelle in Mettmann. „Wir hatten noch drei Kandidaten in der Endauswahl“, verrät Pfarrer Bertold Stark. Für das Presbyterium sei es ein wichtiger Punkt gewesen, dass sich die neue Pfarrerin mit ihren Fähigkeiten und ihrer eigenen Kompetenz in das Team einbringen, aber gleichzeitig auch harmonisch einfügen könne. „Wir sind flexibel und wollen das Karussell nochmal in Bewegung bringen“, meint Pfarrer Stark.

Stephanie Franz fand gerade das Arbeiten in der Gemeinschaft so reizvoll an dieser Pfarrstelle. „Ich arbeite gerne im Team.“ Viel Erfahrung bringt sie mit, die sie für ihre neue Aufgabe nutzen möchte. „In Tansania habe ich gelernt, eine positive Sicht auf die Dinge zu haben und auch Veränderungen als etwas Positives zu sehen“, erzählt sie. Natürlich lässt sich ihre Tätigkeit in Afrika nicht mit der in Deutschland vergleichen. „Es sind unterschiedliche Kulturen und der Glaube wird unterschiedlich gelebt.“ Dennoch kann ihre Arbeit in Mettmann gerade von dieser Unterschiedlichkeit profitieren.

„In Tansania geht vieles leichter“, erzählt sie. „Da probiert man etwas aus und wenn es nicht funktioniert, dann funktioniert es eben nicht.“ So hat sie dort eine Mädchenschule mit gegründet. „Wir haben mit vier Mädchen begonnen.“ Inzwischen sind es mehr als 300 Schülerinnen.

Den Mut, etwas Neues anzupacken und die Leichtigkeit, die dazu nötig ist, möchte Stephanie Franz auch in ihre neue Pfarrstelle in Mettmann einbringen. Genauso wie Spontanität und Flexibilität. „Das finde ich sehr wichtig, gerade in unserem Beruf“, erklärt sie, „bei dem wir uns auf die einzelnen Menschen einstellen sollten.“ Dazu kommt, dass sie auch gerne Musik macht. „Ich singe und spiele auch verschiedene Instrumente.“ Dann beginnt sie aufzuzählen: „Geige, Bratsche, Klavier, Flöte, Gitarre …“

Stephanie Franz ist verheiratet und gehört einer geistlichen Schwesterngemeinschaft an. Inzwischen ist sie nach Mettmann gezogen und fühlt sich wohl. „Ich finde das Städtchen ganz schön“, sagt sie, „mit den Bergischen Fachwerkhäusern.“ Vor allem, dass es eine Stadt sei, die aber nicht so riesig ist, gefällt ihr besonders. „Man ist auch schnell in der Natur.“ Insgesamt findet sie Mettmann einladend. „Ich versuche immer, zu Fuß zu gehen.“ Beim Einkaufen werde sie sogar schon erkannt, an der Kasse wurde ihr bereits die Frage gestellt: „Sie sind doch die Neue?“ „Ich kann mir vorstellen, meinen Lebensmittelpunkt in Mettmann zu haben.“

Wer neugierig geworden ist: Der Einführungsgottesdienst für die neue evangelische Pfarrerin in Mettmann findet am Sonntag, 17. Februar, um 11 Uhr in der Evangelischen Kirche, Freiheitstraße, statt.

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