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Statt eines Dart-Clubs feierte die NPD

Statt eines Dart-Clubs feierte die NPD

Für ein Sommerfest mit Fußballturnier vermietete die Stadt Mettmann ihren Sportplatz am Stadtwald vermeintlich an einen Sportverein und sieht sich jetzt übel getäuscht.

Mettmann. „Diese Partei hat sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen den Platz erschlichen.“ Kurt-Werner Geschorec, Fachbereichsleiter im Technischen Dezernat des Mettmanner Rathauses, ist entsetzt.

Im 20. August fand auf dem städtischen Sportplatz am Stadtwald ein Fußballturnier statt. Veranstalter war nicht — wie bei der Anmietung angegeben — ein Dart-Verein, sondern der NPD-Kreisverband. Wieso vermietet die Stadt einen Sportplatz an diese Partei? In der Stadtverwaltung sorgte diese Frage am Montag zuerst für Ratlosigkeit.

Weder im Sportamt noch beim Gebäudemanagement war bekannt, den Ascheplatz der NPD zur Verfügung gestellt zu haben. „In den vergangenen Wochen gab es lediglich eine Vermietung. Und zwar an einen Dart-Verein“, sagte Pressesprecher Michael Litzow.

Nach weiteren Recherchen stellte sich schließlich heraus, dass es nicht eine Gemeinschaft von Pfeilewerfern war, die den Platz gebucht hatte, sondern der NPD-Kreisverband Mettmann/Düsseldorf, der mit Unterstützung der Freien Nationalisten das Fußballturnier für 14 Teams organisiert hatte. Erst durch die WZ hat die Stadt das am Montag erfahren.

In den Sommerferien sind die Mettmanner Sportanlagen geschlossen. Eine Sparmaßnahme. Wer in dieser Zeit eine Halle oder einen Sportplatz nutzen möchte, muss für alle Kosten aufkommen.

Dazu war die junge Frau bereit, die sich im Sommer beim Gebäudemanagement der Stadt gemeldet hatte. Ihr Dart-Verein wolle ein Sommerfest mit Fußballturnier veranstalten. Dazu würden auch befreundete Clubs kommen.

„Es gab keinen Anlass für Misstrauen“, sagte Geschorec.

Der Brief sei freundlich gewesen. Später sei die Frau mit Kind auch im Rathaus gewesen. „Wir haben überhaupt nicht daran gezweifelt“, so Geschorec, „wir können die Mettmanner schließlich nicht unter Generalverdacht stellen. Es gab keinen Grund, die Angaben der Frau zu überprüfen.“

Geschorec ist erbost. Er fühle sich hintergangen. „Das Verhalten ist wirklich übel.“ Welche Konsequenzen die Stadt daraus zieht? „Das wird geprüft.“ Der Bürgermeister sei Mittwoch wieder im Haus. „Dann werden wir beraten.“ Kurt-Werner Geschorec ist der Meinung, dass die Stadt die Vertragspartnerin zur Rede stellen müsse. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie noch einmal den Platz anmieten darf.“

Der NPD-Kreisverband gab zu diesem Vorfall am Montag auf WZ-Anfrage keine Stellungnahme ab.