Station Vitalis am Mettmanner Krankenhaus

Mettmann : EVK betreut Demenzkranke auf einer besonderen Station

Hier liegen Menschen mit Demenz und körperlichen Erkrankungen.

Unter dem Titel „Herausforderung Demenz im Krankenhaus“ fand eine Vortragsveranstaltung für Fachpublikum zur Eröffnung der „Station Vitalis“ im Evangelischen Krankenhaus Mettmann statt. Denn genau dort wurde im Spätsommer 2018 die neue „Station Vitalis“ in Betrieb genommen – aktuell ist diese Station ein Leuchtturmprojekt in der Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung.

Auf der Station werden bis zu 15 internistische Patienten mit der Nebendiagnose Demenz in modernen und gleichzeitig bedarfsgerechten Räumen versorgt. „Wir behandeln als somatische Klinik natürlich vorranging die körperliche Erkrankung, dennoch sind Patienten höheren Alters häufig auch demenziell kognitiv verändert – auch wenn die Formen und Ausprägungen des Vergessens sehr unterschiedlich sind. Dennoch verunsichert ein Krankenhausaufenthalt diese Patienten deutlich mehr als jemanden, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist und versteht, was mit ihm passiert“, erläutert Chefarzt Dr. Berg den Hintergrund der neuen Station im EVK.

Die neue Station hebt sich sowohl in ihrer Gestaltung als auch durch ein umfangreiches Betreuungskonzept von anderen Stationen des Krankenhauses ab. „Die Farbwahl, also die Gestaltung mit Orangetönen ist bewusst gewählt. Orange ist eine Farbe der Lebensfreude und hat eine aktivierende Wirkung bei depressiv verstimmten oder antriebslosen Menschen. Gleichzeitig wirkt diese Farbe stresslindernd, schafft aber durch den Wiedererkennungswert auch eine wichtige Orientierung für die Patienten im Krankenhausalltag“, erklärt Neurologe Dr. Harald Brauer, der die Patienten betreut.

Große Blumen an den Türen bieten darüber hinaus eine kognitive Orientierungshilfe, um das eigene Zimmer auf der Station wiederzufinden. Seniorenalltagsbegleiter besuchen die Patienten, um mit ihnen zu singen, ihnen vorzulesen, ein Gesellschaftsspiel zu spielen oder auch einfach nur, um eine Tasse Kaffee in Gesellschaft zu ermöglichen.

Hinzu kommt die regelmäßige Bewegungstherapie durch Physiotherapeuten und mit Hilfe eine Moto-Ergometers, die Schlucktherapie mit Logopäden und die Ergotherapie zur Förderung der kognitiven Fähigkeiten. Die Pflegekräfte des Krankenhauses, die auf der Station Vitalis arbeiten, sind darüber hinaus speziell geschult und weitergebildet. Zusätzlich ist die regionale Alzheimergesellschaft regelmäßig vor Ort, um Patienten und Angehörige zu beraten. Zudem finden neurologisch-psychiatrische Gespräche mit den Patienten und auf Wunsch auch Angehörigen statt. cz

Mehr von Westdeutsche Zeitung