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Städtische Grundschule ist pleite

Städtische Grundschule ist pleite

Herrenhauser Straße: Der städtische Zuschuss von 17 500 Euro für das Schuljahr ist schon aufgebraucht. Wie das passieren konnte, wird zurzeit im Rathaus geprüft.

Mettmann. Wer immer noch der Meinung ist, dass Schulbildung nichts kostet, irrt. Von Schuljahr zu Schuljahr werden die Eltern immer wieder zur Kasse gebeten, sollen für Bücher, Kopien und andere Lehrmittel bezahlen.

Als die Eltern der Grundschule Herrenhauser Straße aufgefordert wurden, ihren von der Schulkonferenz (Lehrer und Eltern) festgelegten Eigenanteil fürs laufende Schuljahr noch einmal aufzustocken, hat das für Verwirrung und Ärger unter den Eltern gesorgt. Rektorin Simone Schneider, die zum neuen Schuljahr Wolfgang Mense, der in den Ruhestand gegangen ist, abgelöst hat, soll bereits im August die Eltern über finanzielle Schwierigkeiten der Schule informiert haben.

Tatsächlich ist die Schule nur wenige Wochen nach den Sommerferien pleite, bestätigt Astrid Hinterthür, Fachbereichsleiterin Bildung, Jugend und Soziales gegenüber unserer Zeitung. Die Grundschule hat ihren städtischen Etat von 17 500 Euro Betriebskosten fast komplett aufgebraucht. Wie das passieren konnte, wird zurzeit im Rathaus geprüft. "So etwas hat es hier noch nie gegeben", ist Astrid Hinterthür noch recht sprachlos.

Von den Betriebskosten werden die Lernmittel, Kopien oder auch die Telefonkosten der Schule bezahlt. "Wofür das Geld im Einzelnen ausgegeben wird, liegt in der Eigenverantwortung der Schule", sagt Hinterthür. Die Stadt begleiche die Rechnungen, die von der Schule an die Verwaltung weitergeleitet werden.

Warum weder in der Schule noch im Rathaus die hohen Ausgaben aufgefallen sind, und wie es überhaupt dazu kommen konnte, dazu machte Astrid Hinterthür keine Angaben: "Kein Kommentar." In der kommenden Woche werden sich Astrid Hinterthür, Ex-Rektor Wolfgang Mense, Rektorin Simone Schneider und Erhard Steinbrink von der Schulaufsichtbehörde zusammensetzen. Bis dahin werde die Stadt keine weiteren Angaben zu dem Vorfall machen, hieß es gestern aus dem Rathaus.

Wie es nun an der Grundschule Herrenhauser Straße weitergehen soll, ist ungewiss. "Der Schulbetrieb geht natürlich ganz normal weiter." Aber wir müssen nun sehen, wie die weiteren Kosten aufgefangen werden können," sagte die Fachbereichsleiterin. Natürlich werde die Stadt die Schule nicht hängen lassen.