Sport heißt in Erkrath Hoppe

Sport heißt in Erkrath Hoppe

Serie "Erkrather Köpfe": Der Vorsitzende des TSV Hochdahl fördert den Verein mit Herz und Schweiß.

Hochdahl. Manchmal ist es die Kraft der Worte, die Eindruck macht. Oder es sind die Augen, die Einblicke gewähren. Bei Fritz Hoppe (70) ist es die Stimme, die wirkt. Empfindsam und gelassen, aber auch klar und bestimmt - so spricht der Vorsitzende des TSV Hochdahl über seine Arbeit im Verein und über sich selbst.

Er wartet alle Fragen in Ruhe ab, antwortet offen und präzise. Sein Gegenüber spürt, dass der Mann sagt, was er denkt und dass er meint, was er sagt. "Ich könnte nicht handeln, wenn ich von einer Sache nicht überzeugt wäre", beschreibt Hoppe sein Wirken im Verein.

Der Goldene, Silberne und Bronzene Stern des Sports für beste Integrationsarbeit in ganz Deutschland, der Bau des neuen Sporthauses: Die Liste der Erfolge, die sich der Vereinsvorsitzende ans Revers heften könnte, ist lang. Davon will Hoppe aber nichts wissen. Immer wieder erwähnt er sein Team, die früheren Vorsitzenden und das gute Vereinsklima als Basis des Erfolges. Er ist ein Macher, der lieber im Schatten seines Werkes bleibt.

Dabei scheut er auch vor unbequemen Wegen nicht zurückgewichen. Immer wieder mal gibt es Gegenwind im Verein und Konflikte mit politischen Entscheidungsträgern. Auch mit denen denen aus der CDU, der Hoppe selbst angehört.

Zum Beispiel, als es um die Vereinsbeiträge für Kinder und Jugendliche ging. "Vereine werben damit, die Kinder von der Straße zu holen und vergessen zu sagen, dass das die Familien auch Geld kostet", kritisierte Hoppe in der Vergangenheit die allgemein übliche Beitragspraxis. Beim TSV Hochdahl können Kinder seitdem Mitglied werden, ohne dass es die Familien Geld kostet.

Auch bei der Integrationsarbeit hat sich Fritz Hoppe weit aus dem Fenster gelehnt. Eine Integrationspolitik als Einbahnstraße, wo Anpassung in erster Linie von den Zugewanderten erwartet wird, ist mit ihm nicht zu machen. "Man muss die Menschen dort abholen, wo sie stehen", sagt er. Konkret heißt dies: "Die Zuwanderer verstehen das deutsche Vereinssystem nicht. Oft bleiben die Kinder nicht konsequent bei der Sache und kommen nicht regelmäßig." Da setzt er an.

Auch zwei Jahre nach der Eröffnung gibt es noch Vieles rings um den Neubau des Vereinsheims zu regeln. "So etwas wird nicht gebaut und läuft von selbst", weiß er. Obwohl er gesteht, dass ihn die Schreibtischarbeit nicht unbedingt fesselt. "Je weniger Schreibtisch, umso besser", sagt er lächelnd.

Dem TSV Hochdahl gilt seine ganze Leidenschaft. Auch zu Hause sind die Vereinsgeschicke oft Thema. "Da wird mit meiner Frau alles durchgekaut", verrät Hoppe. Den Weg zum Verein hat er auch durch die Familie gefunden. Drei seiner vier Kinder haben beim TSV Hochdahl trainiert, und der Vater hat jedes Wochenende den Fahrdienst zu Wettkämpfen übernommen. Irgendwann wurde er angesprochen und hat "Ja" zu einem Job in der Vereinsführung gesagt.

Hoppe selbst ist begeisterter Fußballer - früher aktiv als Stürmer und Torwart, heute als Fan. Gut ihn, dass sich da keine Vereinsabteilung auf den Schlips getreten fühlt: Fußball bietet der TSV Hochdahl noch nicht an.