Sicherheit im Kreis Mettmann Das Wild und die Sicherheit

Mettmann · Niedlich schauen sie aus, die Bambis mit ihren großen Augen. Stehen sie aber unmittelbar im Morgengrauen oder der Abenddämmerung plötzlich vor dem eigenen Auto, ist die Gefahr für Fahrer und Insassen groß.

Wildwechsel ist im Herbst besonders kritisch. Die Tiere sind in der Dämmerung schwieriger zu sehen, der Bremsweg ist länger.

Wildwechsel ist im Herbst besonders kritisch. Die Tiere sind in der Dämmerung schwieriger zu sehen, der Bremsweg ist länger.

Foto: gms / TÜV Süddeutschland

Jetzt im Herbst steigt auf Landstraßen entlang von Wiesen und durch Waldgebiete wieder einmal die Wahrscheinlichkeit von Wildunfällen. Vorausschauendes Fahren, weniger Tempo und ein erhöhtes Gefahrenbewusstsein helfen dabei, folgenschwere Wildunfälle zu vermeiden. Darauf weist der ADAC Nordrhein hin und gibt wichtige Tipps für Autofahrer.

Wird auf Winterzeit (29. Oktober) umgestellt, wird es morgens früher hell und abends eine Stunde früher dunkler. Die Dämmerungszeit, in der sich Wildtiere auf Nahrungssuche begeben, fällt in die Hauptverkehrszeit. Reh, Wildschwein oder Hirsch orientieren sich am Tageslicht, so werden die Morgenstunden in der Zeit von 6 bis 8 Uhr zur Falle für Tier und Mensch. Die Dämmerungsphase beginnt dann bereits gegen 17 Uhr und fällt damit ebenfalls in die Rush-Hour.

Rennt ein Wildtier mit 30 bis 50 Stundenkilometern plötzlich aus der Deckung auf die Fahrbahn, ist das Tier auf der Straße, bevor man reagieren kann. Präventiv hilft es, das Tempo zu drosseln. Schon Tempo 80 statt 100 verkürzt den Bremsweg um etwa 24 Meter und kann helfen, einen Aufprall mit einem Wildtier zu vermeiden. Taucht Wild am Straßenrand auf, sollten Autofahrer im optimalen Fall Schrittgeschwindigkeit fahren.

Irrt ein Tier bereits auf der Fahrbahn umher, rät der ADAC, das Fernlicht auszuschalten und zu versuchen, das Wild stattdessen durch das Hupen zu vertreiben. Mit den Scheinwerfern aufblenden, bewirkt nämlich das Gegenteil: Das grelle Licht verwirrt die Tiere und nimmt ihnen so jede Orientierungsmöglichkeit. Meist verharren sie verunsichert. Übrigens: Quert ein Reh, folgt daraufhin meist weiteres Wild, denn Reh & Co. sind nur selten Einzelgänger.

Lieber nicht ausweichen
und kontrolliert lenken

Lässt sich ein Zusammenprall alle Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz nicht vermeiden, empfiehlt der ADAC, möglichst die Kontrolle übers Auto zu behalten. Das heißt, das Lenkrad gut festzuhalten und mit aller Kraft gleichzeitig Bremse und Kupplung zu treten. Auf keinen Fall sollte der Autolenker unkontrolliert ausweichen, denn eine Kollision mit einem Baum oder dem Gegenverkehr kann tödlich enden.

Ließ sich ein Unfall nicht vermeiden, sollte fix die Polizei benachrichtigt werden. Auch der Jagdpächter muss über den Vorfall informiert werden. Tote Tiere aufgrund von Infektionsgefahren niemals ohne Handschuhe anfassen, verletzte Tiere gar nicht berühren. Für die Versicherung sollte man sich außerdem eine Wildunfallbescheinigung aushändigen lassen. Wer angefahrene Tiere mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.

In Wildwechselgebieten sind Autobahnen durch Schutzzäune gesichert. An Landstraßen und weiteren untergeordneten Straßen können sie oft nicht ohne Weiteres platziert werden, denn hier gibt es viele Einmündungen, Grundstückszufahrten oder Feldwege, die den Straßenverlauf unterbrechen. Schutzzäune könnten also allenfalls lückenhaft installiert werden. Durch diese Lücken können jedoch Wildtiere auf die Fahrbahn gelangen. Oftmals finden sie dann den Ausweg nicht mehr. Außerdem wäre die ökologische Zerschneidungswirkung beträchtlich.

Man kann sich nicht aktiv gegen jeden Wildunfall schützen, aber die vermeidbaren Unfälle müssen reduziert werden. Das sind Situationen, in denen Autofahrer ein Tier rechtzeitig sehen. Hier gilt vor allem: Geschwindigkeit drastisch reduzieren. Grundsätzlich sollte man auch nachts selbst bei freier und bekannter Strecke langsamer fahren und jederzeit bremsbereit sein.

(von)