Seniorenhilfe Nordrhein: Kommt die Hilfe des Vereins wirklich an?

Seniorenhilfe Nordrhein: Kommt die Hilfe des Vereins wirklich an?

Ein Gespräch zwischen dem Vorsitzenden und dem Arbeitskreis für Seniorenbelange kam gar nicht zustande. Pfarrer Schnapp aus Gerresheim berichtet positiv über die Initiative aus Düsseldorf.

Haan. Dass Walter Friedrich die Mitglieder des Haaner Arbeitskreises für Seniorenbelange nicht überzeugen konnte, verwundert nicht. Der Vorsitzende des Vereins Seniorenhilfe Nordrhein verweigerte jedes Gespräch mit den Haaner Frauen und Männern, drohte der Sprecherin des Arbeitskreises Renate Kempf mit einer Unterlassungsklage und Klage auf Schadensersatz wegen Rufschädigung. Dabei sollte Walter Friedrich eigentlich für seinen Verein werben. Schließlich versichert er, dass in seinem Auftrag Frauen und Männer in Haan und anderen Städten in NRW für die Seniorenhilfe Nordrhein Spenden sammeln. Mit dem Geld würden bedürftige Senioren und junge Menschen unterstützt.

Genau das bezweifeln Haaner Senioren. Vor mehr als einem Jahr hatte die Seniorenhilfe Rhein-Ruhr mit Sitz in Wuppertal in der Stadt um Spenden geworben. Schon damals waren die Haaner Senioren misstrauisch, vermuteten eine Drückerkolonne hinter der Organisation, die es allein auf das Geld abgesehen hatte. Im Juni vergangenen Jahres bestätigte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, dass gegen den Mitbegründer der Seniorenhilfe Rhein-Ruhr und weitere Vorstandsmitglieder wegen Betruges ermittelt wird.

Nun ist es die Seniorenhilfe Nordrhein, die in Haan unterwegs ist. Wegen der Ähnlichkeit der Vereinsnamen wurden Renate Kempf und ihre Mitstreiter hellhörig, spendeten nicht und nahmen stattdessen Kontakt zu dem Verein und seinem Vorsitzenden Walter Friedrich auf. Gleichzeitig informierten die Haaner Senioren die Presse, was wiederum Walter Friedrich nicht passte.

Der 56-Jährige gibt zu, einst für die Seniorenhilfe Rhein-Ruhr tätig gewesen zu sein, deren kriminelle Machenschaften er aber nicht unterstützt, sondern im Gegenteil angezeigt habe. Im vergangenen Jahr habe er schließlich seinen eigenen Verein gegründet. Seit seinem 16. Lebensjahr engagiere er sich ehrenamtlich. Als gelernter Industriekaufmann habe er als Manager in deutschen, amerikanischen und japanischen Unternehmen gearbeitet. Inzwischen sei er nicht mehr berufstätig, engagiere sich aber in seinem Verein, der fünf Mitarbeiter beschäftige und darüber hinaus 17 ehrenamtliche Mitarbeiter zähle.

Sie helfen zum Beispiel älteren Menschen beim Einkaufen oder im Haushalt und begleiten sie zum Arzt. In Haan seien es aktuell sieben Fälle, die sein Verein unterstützt. Konkrete Namen oder einen Kontakt wollte Friedrich aber nicht herstellen. "Wir leisten keine medizinische Betreuung", sagt er. Wer bedürftig ist, erhalte die Hilfe kostenlos, ansonsten werde um eine Spende für die Unterstützung gebeten. tana

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