SEK-Einsatz in Langenfeld

SEK-Einsatz in Langenfeld

Die Polizisten haben am frühen Morgen in zwei Wohnungen Waffen, Drogen und Geld beschlagnahmt. Festgenommen wurde aber niemand.

Langenfeld. Erst knallte es, dann waren laute Stimmen zu hören. Gegen 4 Uhr morgens wurden gestern Anwohner in Rathausnähe und an der Richrather Straße aus dem Schlaf gerissen. Polizisten eines Sondereinsatzkommandos (SEK) stürmten parallel zwei Langenfelder Wohnungen. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück ging es um Waffenschieberei und Drogengeschäfte. Ermittelt werde gegen fünf Beschuldigte, vier Männer aus Langenfeld,, sowie einen Tatverdächtigen aus einer süddeutschen Stadt, in der es gestern ebenfalls einen SEK-Einsatz gab. „Es wurde aber keiner von ihnen inhaftiert.“

Foto: Schüller

Ralf Herrenbrück, Oberstaatsanwalt

Laut Herrenbrück sollen die Beschuldigten verschiedenen Motorradclubs angehören. „Es geht aber nicht um klassische Rockerkriminalität.“ Die Polizisten stellten nach seinen Angaben bei den Razzien mehrere Schusswaffen, Drogen und einen größeren Geldbetrag sicher. Zudem seien Autos abgeschleppt worden, um sie mit Spürhunden nach Drogen zu untersuchen. „Die Autos wurden aber nicht beschlagnahmt.“ Nähere Details gab Herrenbrück wegen der laufenden Ermittlungen nicht bekannt. „Der Tatvorwurf gegen die Beschuldigten lautet: Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz.“

Die Wohnung in Rathausnähe hatten SEK-Leute bereits Mitte Dezember 2017 gestürmt — zeitgleich mit einer Wohnung in Duisburg. Auch damals ging es um den Tatvorwurf, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben. Indes fanden die Polizisten bei diesen beiden Razzien keine Waffen. Der 30-jährige Inhaber der Langenfelder Wohnung hatte sich seinerzeit bei der Boulevardzeitung „Express“ gemeldet und den aus seiner Sicht unverhältnismäßigen SEK-Einsatz beklagt.

Er gab sich in dem Bericht als früherer NRW-Boss der „United Tribuns“ zu erkennen; einer Gruppe von Kampfsportlern und Türstehern, die von der Polizei oft zur Rockerszene gezählt wird. „Ich bin ausgestiegen“, zitierte der Express den Langenfelder.

Mehr von Westdeutsche Zeitung