Sechs Städte kämpfen vereint  gegen Ratten

Wülfrath : Städte vereint im Kampf gegen Ratten

Jeder zweite Kanal wird mit einem Giftköder gegen Ratten versehen und markiert. Eine Fachfirma ist auch in Wülfrath und Mettmann unterwegs.

. Die Innotec Abfallmanagement GmbH hat jetzt im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten, um für die Städte Wülfrath, Mettmann, Haan, Heiligenhaus, Hilden und Ratingen die Rattenbekämpfung durchzuführen. Die Ausschreibung erfolgte mit Unterstützung der Kommunal Agentur NRW. Da Innotec in allen beteiligten Städten den Auftrag erhielt, erfolgt dort eine systematische Bekämpfung nach gleichen Standards. Damit sei diese Kooperation von sechs Städten des Kreises Mettmann ein gutes Beispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit, sagten die Beteiligten jetzt bei einem Pressegespräch in Ratingen, bei dem sie die künftige Strategie der Rattenbekämpfung vorstellten.

In öffentlichen Kanälen werden systematisch Köder ausgelegt

Entsprechende Maßnahmen tun offenbar Not: Eine wohlgenährte Ratte stöberte jetzt durch den Stadthallen-Park in Ratingen. Kein Einzelfall. Daher setzt man jetzt bei der Bekämpfung von Nagern auf eine systematische Belegung mit Ködern in den öffentlichen Kanälen. Diese Aufgabe obliegt wieder den Kommunen, nachdem diese es ablehnten, dass sie weiterhin der Kreis Mettmann durchführt. Das Kreisgesundheitsamt hatte die Rattenbekämpfung seit Anfang 2017 koordiniert und dazu ebenfalls einen Schädlingsbekämpfer beauftragt. Vertreter der betreffenden Städte hatten sich jedoch unzufrieden mit der Arbeit des vom Kreis beauftragten Schädlingsbekämpfers gezeigt. Ende 2018 lief daher die Beauftragung des Kreises aus, der Zweijahresvertrag wurde nicht mehr verlängert. Aus Sicht von Landrat Thomas Hendele ein Akt der „Entsolidarisierung“ der Städte.

Auf Grundlage eines Vertrages mit der Innotec Abfallmanagement GmbH wird nun in den beteiligten Städten jeder zweite Kanaldeckel mit einem Köder versehen und entsprechend farblich markiert. In regelmäßigen Abständen erfolgt dann durch die Schädlingsbekämpfer die Nachkontrolle der belegten Bereiche und eine eventuelle Neubelegung mit Ködern – und zwar so lange, bis die Köder nicht mehr angerührt werden und die Örtlichkeit somit als „rattenfrei“ gelten kann.

Ordnungsämter nehmen Sichtungsmeldungen entgegen

Parallel zu den Maßnahmen im Kanalnetz erfolgt eine so genannte anlassbezogene Bekämpfung von Ratten auf öffentlichen Flächen. Die Ordnungsämter der Städte nehmen demnach Meldungen über Rattensichtungen entgegen und beauftragen die Firma Innotec mit den erforderlichen Maßnahmen. Die Meldungen sollten möglichst per E-Mail in Wülfrath und in Mettmann über den Mängelmelder im Internet erfolgen und neben Name und Anschrift eine telefonische Erreichbarkeit und Angaben zur Art und zum Ort des Befalls enthalten.

Ratingens Ordnungsdezernent Harald Filip zeigte sich überzeugt, dass die Maßnahmen greifen: „Auch wenn Ratingen kein massives Rattenproblem hat, wird durch die systematische Bekämpfung im Kanalsystem das Auftreten der Schädlinge im öffentlichen Raum deutlich zurückgehen.“

Bei einem Rattenbefall auf Privatgrundstücken besteht eine Meldepflicht. Dies gilt auch für private Kanäle und sonstige private Abwasseranlagen. Die Ordnungsämter der Städte weisen darauf hin, dass nach der geltenden Verordnung als vorbeugende Maßnahme alle Ansammlungen von Müll und Gerümpel, die das Entstehen von Rattenherden begünstigen, zu vermeiden sind. Die offene Lagerung von Lebensmitteln, Lebensmittelresten, Tierfutter, Fäulnisprodukten und Unrat auf Grundstücken ist verboten. Zur Vorbeugung gegen Rattenbefall im Garten sollten möglichst geschlossene Komposter verwendet werden. Denn bekanntlich treten Ratten besonders gerne dort auf, wo sie problemlos ihre Nahrung finden können.

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